Richtig servieren will gelernt sein
O Linux, Herzstück unserer Zeit... Meine eigene AI-Musik ist mir jetzt zum verhängnisvollen Ohrwurm geworden. Ich habe davon sogar Schlafprobleme bekommen. Die Begeisterung ist stark und hält bis tief in die Nacht.
Treffende Zeilen wie ein "Ein Backup läuft, die Angst verfliegt" und "Wir pflegen dich mit starker Hand - ein Königreich" haben es mir angetan, habe ich doch selbst ein solches Königreich erfolgreich gepflegt und pflege es noch immer.
Die Zeit des ersten Königreichs ging irgendwann zu Ende. Ich erinnere mich noch gut, wie mir mein Serverlehrer PHP - so heisst er wirklich! - den Server wegnahm, weil ich ein offenes Bilduploadsystem ins Internet gestellt hatte und in einer Gemeinschaft zweifelhafter Charaktere zum Upload jeglichen Contents einlud.
Dann musste also schnell alles gebackupt werden, denn PHP meinte es wirklich ernst: ich sollte meine Sachen nehmen und zu Hetzner gehen. "Positiv zu erwähnen ist, dass der Server problemlos wieder hochfuhr", so PHP noch. Die Softwareupdates hatte ich immer gemacht. Mit starker Hand hatte ich mein Königreich bis zum Ende gepflegt.
Softwareupdates kann man automatisieren, hab ich natürlich nicht. Das Schönste am Linux war es in meiner alten Zeit, stundenlang die Zeilen und Balken beim Installieren und Kompilieren am Bildschirm zu beobachten, hier passierte noch was. Jahrzehntelang habe ich Linux eher aus Imagegründen benutzt. Klar, der blaue Screen des Todes und die Virenschleuderei hatten mich an Windows schon genervt. Ohne genauer bescheid zu wissen, hatte mich der informationslose intransparente Bluescreen ärgernd angenervt. Ein Grundinteresse an mehr, an einem besseren, alternativen Betriebssystem bestand also schon immer.
Dennoch habe ich, ich gebe es zu, die Konsole, das Laborgerät des Informatikers, selten benutzt, nie gescripted und nur in den seltensten Fällen die Konfigurationsdateien bearbeitet.
Bei einem Job wurde mir das zum Verhängnis.. Ich brachte den IT Manager, der mir eigentlich was beibringen sollte, durch meine unprofessionelle Benutzung der Konsole so auf, dass ich eigentlich auch gleich hätte kündigen können. Ich nutzte nicht mal autocomplete, geschweige denn praktische Befehle wie meinen heutigen Lieblingstrick Strg + R (reverse search). Sowas zu beobachten schürt zurecht den Hass eines jeden Admins. Ebenso schlecht war meine Orientierung im Betriebssystem, die Nutzung der ~ und meine generelle Fähigkeit, strukturiert und zeilenweise mit dem Computer zu sprechen.
Daher hatte ich viel nachzuholen. Die ersten Jahre verbrachte ich also auf dem Server von PHP, meinem Mäzen aus dem Rheinland. Auch ihn enttäuschte ich schwer. Er hatte mir ein kleines Rätsel gestellt und FTP ausgeschaltet. Anstatt nun allerdings eine saubere CI/CD-Leitung zu bauen und alles mit Mousepad lokal zu schreiben und dann mit git oder auch scp hochzupushen, schrieb ich Zeichen für Zeichen auf dem Server. Immerhin gelernt, dass ssh zu Port 22 gehört.
Auch meine Webseiten sahen grauenhaft aus. Fantasielos, unfunktional, beliebig. Kein Vergleich zu meinem früheren Blog, das übrigens auch mal saniert gehört - es sah mal wirklich schön aus. Wer solch ein Blog gepflegt hat, wird nie wieder glücklich, wenn es weg ist. Nun hätte ich frei mit CSS und HTML erschaffen können, was ich wollte, doch ich wusste nicht mehr, was ich wollte. So viele Funktionen hätte ich schreiben können, aber wozu hatte ich Lust?
Aber Übung macht immer den Meister. Nachdem ich die hundertste Webseite gestaltet hatte, wurde die Laune wieder besser. Mit AI und der Sprache PHP gestaltete ich immerhin eine Newsletterfunktion und lernte so wieder einiges über PHP, Server und IT Security, also
#Linux. Und dann, der niedliche DevOps-und-Cloud-Trainee-Kurs!
Weil ich Stackoverflow, das Portal, auf dem man sich über Linuxprobleme informiert, nie verstanden habe, brauchte ich einen alternativen Zugang zu Linux. In dem Kurs , der mehr als 1000 Seiten umfasst, bringen mir niedliche Tiere die wichtigsten Konsolenbefehle, Regexes, Weiterleitungen, Docker und Kubernetes bei. Endlich sagt's mir mal wer - der Fuchs, der Waschbär und natürlich der Wal - der Wal steht für Container, weiß in Nerdistan jedes Kind.
Ein neues Königreich wurde errichtet. Auf meinem Server gibt es keine Probleme und ich kann alles zurücksetzen, wie ich will. Einfach Ubuntu installieren und nach kurzer Zeit schon professionell servieren. Voilà.
#linuxprosa #devops #ki #informatik