Sie sind mitten unter uns. Wir kennen sie, sind mit ihnen befreundet oder sogar verwandt: Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Asexuelle. Menschen, die auf den ersten Blick aus der Norm zu fallen scheinen.
Es gibt sie schon immer. Vermutlich wussten sie vor 1000 Jahren noch nicht, warum sie anders denken, aber es gab sie. Auch heute noch werden in 66 Staaten Menschen strafrechtlich verfolgt, weil sie LGBTQ+ angehören. Sie werden unterdrückt, es wird ihnen Schutz vor Anfeindungen und Gewalt verweigert.
Doch auch hier in Deutschland sinkt die Akzeptanz, vor allem bei Rechts-Konservativen. CSD-Paraden werden überfallen, oft auch vorsorglich abgesagt, schwule Männer werden über Dating-Apps in Fallen gelockt und zusammengeschlagen. Transpersonen werden verhöhnt und entrechtet.
Diese Menschen können nichts dafür, dass sie sind, wie sie sind! Sie haben bei der Geburt kein Kreuzchen gesetzt, dass sie gern homosexuell oder transgeschlechtlich sein möchten. Sie haben es sich nicht ausgesucht. Viele sind verzweifelt, verstümmeln sich selbst oder begehen Suizid. Viele wagen nicht, über ihre Präferenzen und Partner*innen zu sprechen, in der Familie, im Kollegen- und Freundeskreis, aus Angst vor Ausgrenzung. In den Kommentarspalten der (a)sozialen Medien ist der Hass besonders groß. Ein "Vater" schrieb mir einmal, ihm sei es lieber, sein Kind sei unglücklich als schwul.
Häufigstes Argument ist, dass sie sich aufdrängen würden, sich wichtig machen und in den Mittelpunkt stellen. Man habe nichts gegen sie, aber sie sollen doch gefälligst ihr „kleines schmutziges Geheimnis“ zuhause hinter verschlossenen Türen ausleben.
Ah ja. So, wie wir Heten das auch tun. Hand in Hand mit dem Partner oder der Partnerin durch die Stadt laufen. Auf der Parkbank knutschen. Verliebte Blicke, zärtliche Berührungen. Gemeinsamer Urlaub. Das alles möchten diese Menschen auch. Sie möchten Familien gründen, ohne dafür beleidigt zu werden. Einfach so. Ist das nicht der Hammer? Einfach normal leben - ohne Angst zu haben?
Für trans Personen ist es noch komplizierter. Die Verurteilung ist knallhart. Durch das Selbstbestimmungsgesetz, welches am 1. November 2024 in Kraft trat, sollte trans Menschen das Leben erleichtert werden. Leider gibt es Arschlöcher, die der Meinung sind, den Rechtsstaat vorführen zu müssen.
Warum kann man anderen Menschen nicht zugestehen, leben zu können, wie sie selbst möchten? Warum dürfen diese Menschen nicht sichtbar sein, nicht dazugehören?
Heute ist der 17. Mai, der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT*). Heute erinnern Menschen auf der ganzen Welt mit vielfältigen Aktionen an den 17.05.1990, den Tag, an dem Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde. Seitdem gilt sie offiziell nicht mehr als Krankheit.
Wenn ich mir jedoch die Entwicklung so anschaue, habe ich mehr und mehr das Gefühl, wir driften wieder zurück in die Zeit, in der Homosexualität strafbar war. Und auch, wenn die Parteivorsitzende der AfD lesbisch ist, wird doch vor allem aus der Partei heraus und von ihren Anhängern gegen LGBTQ+ gehetzt.
Wir dürfen das nicht zulassen. Halten wir dagegen, in Wort und Tat. Nicht nur heute, am IDAHOBIT, sondern jeden Tag.
#IDAHOBIT
#Selbstbestimmungsgesetz
#AfDVerbotjetzt
#lgbtq
#trans