Hi
@dk, makes me think of this interview with Oswald Wiener, which is luckily still on archive.org:
https://web.archive.org/web/20160315182028/https://www.spikeartmagazine.com/de/artikel/oswald-wiener-wissenschaft-und-barbarei-gehen-sehr-gut-zusammen
Quote:
" Zwei Gedankenstränge waren die Vorläufer zum Bioadapter. Zum einen die Vorstellung der Gesellschaft als Homöostat. Ich bemerkte, dass die Kybernetik diesen Zug an sich hat, als Neuheitenverhinderungsmechanismus zu funktionieren. Ich habe auch alle möglichen Gleichnisse gebraucht, etwa dass Kopernikus über moderne Computer verfügte. Dann hätte man das ptolemäische Weltbild endlos weiterführen können, das ja in erster Linie deswegen aufgegeben wurde, weil die Epizykel immer mehr und die Berechnungen immer komplizierter wurden. Aber durch Erhöhung der Rechenleistung hätte man das kopernikanische Weltbild verhindert. Vielleicht nicht für immer, aber für 100 Jahre. Wenn der Sprung zu einer neuen Qualität, einer anderen Auffassung geschieht, weil die Widersprüche nicht mehr administrierbar sind, wäre der Computer ein Mittel zur Verlängerung des alten Zustands.
Der andere Strang waren erkenntnistheoretische Schwierigkeiten. Man kann schwer übersehen, dass wir nur Repräsentationen der Wirklichkeit in unserem Kopf haben, die verbessert, verschlechtert, angepasst werden. ..."