Hinter dem ungewöhnlichen Ansatz steckt nämlich eine pfiffige Idee, an der weiterhin Freiwillige teilnehmen und etwas über ihren heimischen Garten erfahren können. (+)
#Forschung #IgNobelpreis #Schweiz #Zürich #UniZürich #Umwelt #Biologie #Mikrobiologie
https://t3n.de/news/uni-zuerich-unterhosen-vergraben-ig-nobelpreis-bodenqualitaet-forschung-1761782/
#biologie
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Letzte Woche haben die Forscher des Zürich-Teams erst den Ig Nobelpreis bekommen und diese Woche haben sie mir schon ein Interview gegeben.
Ein tolles Beispiel für Citizen Science - Unterhosen vergraben. Es klingt weirder als es ist :)
Zum Interview (€) ⤵️
#CitizenScience #Zürich #UniversitätZürich #Mikrobiologie #Biologie #Forschung #Wissenschaft #IgNobelpreis #IgNobelprizehttps://t3n.de/news/wie-2-000-vergrabene-unterhosen-der-uni-zuerich-den-ig-nobelpreis-einbrachten-1761782/
Das geheime Energienetz im Waldboden
Der größte Teil der Energie in einem Wald fließt nicht über der Erde, sondern im Boden. Gemeint ist die chemische Energie, die Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht aufbauen. Wenn Blätter, Wurzeln oder Holz absterben, wird diese Energie von unzählogen Organismen im Boden aufgenommen und über viele Fressbeziehungen im Bodennahrungsnetz weitergegeben.
Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Senckenberg Museums für Naturkunde untersuchte solche Netzwerke an 32 Waldstandorten zwischen Deutschland und Vietnam.
Dafür erfassten die Forschenden zahlreiche Gruppen von Bodentieren, darunter kleine Fadenwürmer, Springschwänze (wie im Bild) und Milben, aber auch größere Tiere, und berechneten aus Körpergröße, Häufigkeit und Stoffwechsel, wie Energie durch diese Lebensgemeinschaften im Boden verteilt wird.
Dabei zeigte sich, dass in tropischen Wäldern insgesamt mehr Energie durch die Bodennahrungsnetze weitergegeben werden als in gemäßigten Wäldern. Gleichzeitig verändert sich die Zusammensetzung der Akteure. In den Tropen sind größere Bodentiere stärker beteiligt und Räuber-Beziehungen kommen häufiger vor.
In gemäßigten Wäldern spielt dagegen der Abbau angesammelten Laubs eine größere Rolle. Dort gelangt die Energie zunächst über Pilze und Bakterien in das Nahrungsnetz und wird erst danach von Bodentieren weitergereicht.
Gemeinsam bilden diese vielen Organismen das „Bodenpersonal“ des Waldes. Jede Gruppe übernimmt dabei eigene Aufgaben im Kreislauf von Zersetzung, Nahrung und Verbreitung.
Oft wird gesagt, dass insbesondere Regenwürmer wichtig für den Boden sind. Das stimt natürlich, aber sie machen den Job nicht allein. Erst das Zusammenspiel vieler kleiner und größerer Bodenbewohner hält dieses verborgene Netzwerk unter unseren Füßen am Laufen.
Quelle:
Potapov et al. (2026), nature communications
https://doi.org/10.1038/s41467-025-68083-8
#wald #ökologie #senckenberg #biologie #wissenschaft #wissenschaftskommunikation #anysci
Ein Fisch aus einer verborgenen Welt
Die meisten von uns verbinden unbekannte Tierarten vermutlich mit tropischen Regenwäldern oder den Tiefen der Ozeane. Doch manchmal liegen völlig fremde Lebenswelten direkt unter unseren Füßen verborgen – im dunklen Wasser tiefer Gesteinsschichten.
Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Senckenberg-Forschers Ralf Britz hat in Nordostindien nun eine außergewöhnliche neue Fischart entdeckt: eine nur etwa zwei Zentimeter lange Schmerle, die blind ist, nahezu transparent erscheint und nicht einmal ein knöchernes Schädeldach besitzt. Das Gehirn wird lediglich von Haut bedeckt, was ein einzigartiges Merkmal unter bekannten Schmerlen ist.
Gefunden wurde das Tier zufällig in einem selbst gegrabenen Brunnen im indischen Bundesstaat Assam. Der Brunnen steht offenbar mit einem unterirdischen Grundwasserleiter, einem sogenannten Aquifer, in Verbindung. Genau dort lebt die neue Art vermutlich dauerhaft verborgen im völligen Dunkel.
Die nun als Gitchak nakana beschriebene Schmerle zeigt typische Anpassungen an ein Leben im Untergrund: stark reduzierte Augen, fehlende Pigmentierung und eine blass-transparente Erscheinung. Solche sogenannten phreatobionten Fische gehören weltweit zu den seltensten und am wenigsten erforschten Wirbeltieren überhaupt. Weniger als ein Prozent aller bekannten Fischarten lebt dauerhaft unterirdisch und nur ein kleiner Teil davon in tiefen Grundwasserleitern.
Die Entdeckung deutet darauf hin, dass sich im Untergrund Nordostindiens möglicherweise noch viele weitere unbekannte Arten verbergen könnten. Während wir die Oberfläche der Erde kartieren, Städte bauen und Satelliten ins All schicken, existieren gleichzeitig noch immer ganze Lebensräume, von denen wir kaum etwas wissen.
Quelle:
Britz et al. (2026), Science Reports
https://doi.org/10.1038/s41598-026-40425-6
#senckenberg #biologie #indien #science #anysci #wissenschaftskommunikation #wissenschaft
🌾Wenn das Immunsystem zur Falle wird
Reis ist das wichtigste Grundnahrungsmittel für rund die Hälfte der Weltbevölkerung. Umso gravierender ist eine Pilzkrankheit namens Reisbrand, die jedes Jahr Erntemengen vernichtet, mit denen etwa 60 Millionen Menschen ernährt werden könnten.
Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben nun entschlüsselt, wie der Erreger die Abwehr der Reispflanze austrickst. Pflanzen besitzen zwar keine Antikörper wie wir Menschen, verfügen aber über ein erstaunlich wirksames Immunsystem. Wird eine Zelle angegriffen, kann sie sich kontrolliert selbst zerstören, um den Erreger mit in den Tod zu reißen und die Ausbreitung zu stoppen.
Genau diesen Mechanismus nutzt der Reisbrandpilz aus. Er produziert einen Stoff namens Pyriculol, der dem pflanzlichen Signalstoff Salicylsäure ähnelt. Die Pflanze erhält dadurch gewissermaßen einen gefälschten Alarm. Sie aktiviert ihren Selbstzerstörungsmechanismus zu früh und schaltet gleichzeitig wichtige Abwehrreaktionen ab. Der Pilz profitiert dadurch doppelt. Zum einen findet er abgestorbenes Gewebe als Nahrungsquelle und zum anderen ist die Immunabwehr der Pflanze so geschwächt, dass sie dem Pilz im Grunde kaum noch was entgegensetzen kann.
Besonders interessant ist jedoch eine weitere Beobachtung. Einige Reissorten reagieren deutlich gelassener auf das falsche Alarmsignal. Statt überzuschießen, halten sie ihre Abwehr unter Kontrolle und können dann auch den Pilz besser eindämmen. Genau hier sehen die Forschenden einen möglichen Ansatz für die Züchtung widerstandsfähigerer Reissorten.
Quelle:
Ma et al. (2026)
https://doi.org/10.1093/jxb/erag061
(leider ist nur das Abstract frei verfügar)
#KIT #ernahrung #landwirtschaft #biologie #wissenschaft #wissenschaftskommunikation #anysci
Eine Besonderheit bei Fledermäusen
Wenn Menschen oder andere Säugetiere über längere Zeit Höchstleistungen erbringen, greifen ihre Muskeln vor allem auf Kohlenhydrate als Energielieferanten zurück. Fett enthält zwar deutlich mehr Energie, kann bei hoher Belastung aber nur begrenzt und vergleichsweise langsam genutzt werden. Sind die Kohlenhydratspeicher erschöpft, folgt oft ein deutlicher Leistungseinbruch. Für ziehende Fledermäuse, die ja Säugetiere sind, wäre das ein Problem. Einige Arten legen während ihrer saisonalen Wanderungen mehrere tausend Kilometer zurück und verbringen dabei viele Stunden ununterbrochen in der Luft.
Ein Forschungsteam des Leibniz-IZW und von Helmholtz München hat nun untersucht, wie Rauhautfledermäuse diese enorme Energieleistung bewältigen. Sie gehört zu den wenigen europäischen Fledermausarten mit ausgeprägtem Zugverhalten. Auf ihrem saisonalen Zug zwischen Nordosteuropa und den Winterquartieren in West- und Südeuropa kann sie mehr als 2.000 Kilometer zurücklegen.
Die Forschenden analysierten Blutproben von Fledermäusen während und außerhalb der Zugzeit sowie von Tieren, die unter kontrollierten Bedingungen in einem Windkanal flogen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Tiere während der Reise in hohem Maße Fettsäuren zur Energiegewinnung nutzen. Im Blut fanden sich deutlich erhöhte Konzentrationen von Acylcarnitinen – Transportmolekülen, die Fettsäuren in die Mitochondrien bringen, wo sie verbrannt werden.
Damit ähneln sie von ihrem Energiestoffwechsel eher Zugvögeln als anderen Säugetieren. Beide Gruppen haben sich, obwohl sie evolutionär weit außeinander liegen, mit vergleichbaren Mechanismen an dieselbe Herausforderung (Langstreckenflug) angpasst.
Quelle:
Walker et al. (2026), The FASEB Journal
https://doi.org/10.1096/fj.202600860R
#Fledermaus #helmholtz #wissenschaft #wissenschaftskommunikation #anysci #biologie
Obschon man mir mein Leben seit vielen Jahren auf perfide Weise zur Hölle macht, finde ich doch gelegentlich Zeit für gepflegte Naturbeobachtung. Hier in Friedrichstal zum Beispiel, etwas außerhalb, gibt es eine Königskerze, die den Namen dieser #Blume eindrucksvoll illustriert (man beachte, dass die Pflanze frei auf demselben Grund steht wie ich, was ich mangels eines Selfie-Stabes nicht habe in Szene setzen können):
#Biologie #Pflanzen
Nasenmuränen sind erstaunlich. Mehrmals im #Leben wechseln sie die #Farbe. Aber nicht nur das: auch das #Geschlecht verändert sich. Aus Männchen werden Weibchen.
#Biologie #Natur
https://www.geo.de/natur/tierwelt/nasenmuraene--rhinomuraena-quaesita_30063390-30164600.html
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