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Christoph Brodesser

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Rotkreuzler seit 1970, ehrenamtlich Vorsitzender des DRK-OV Nordwalde. Besonders interessiert an Bevölkerungsschutz und humanitärem Völkerrecht

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Joined January 29, 2023
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Christoph Brodesser @cbr@drk.network
· 1mo ago
Das in der Bundesverwaltung entwickelte System #OpenDesk hat seine Feuerprobe bestanden, wie #Heise berichtet. Es wurde ausführlich bei der Deutschen Rentenversicherung und der Arbeitsagentur getestet, bei einigen Bereichen des @RKI@social.bund.de ist es bereits im operativen Betrieb. Die @Bundeswehr@social.bund.de arbeitet an der Einführung, und die schweizerische und französische Armee trennen sich aus Sicherheitsgründen ebenfalls von Microsoft und wollen auf europäische Open-Source-Systeme umstellen. Die Tage der #Microsoft-Produkte dürften nun auch in der Bundesverwaltung bald gezählt sein, nicht zuletzt auch deswegen, weil nach der heutigen Entscheidung der @EUCommission@ec.social-network.europa.eu, Google zu einem fast eine Milliarde schweren Bußgeld wegen Verstoßes gegen europäische Digitalvorschriften heranzuziehen, mit Gegenmaßnahmen durch die Trump-Administration zu rechnen ist, die potentiell auch die Verfügbarkeit von Microsoft-Systemen betreffen könnte, wie es ja gegen den #EuGH in der Vergangenheit bereits geschehen ist. Es wird also höchste Zeit, sich von Systemen aus Übersee unabhängig zu machen und durch Verwendung europäischer Systeme autonom zu werden. Das gilt übrigens nicht zuletzt auch für uns im DRK, denn unsere #Unabhängigkeit hat sogar völkerrechtlichen Status. #DigitaleSouveränität ist also auch und gerade für uns essentiell. OpenDesk, #Nextcloud und andere #OpenSource-Systeme können uns dabei eine große Unterstützung sein! #DRK #ICRC #IFRC #DigitalSouveranity @bundesmessenger@social.bund.de https://www.heise.de/news/Microsoft-Alternative-openDesk-tauglich-fuer-den-Ernstfall-11374072.html?wt_mc=sm.red.ho.mastodon.mastodon.md_beitraege.md_beitraege
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Christoph Brodesser @cbr@drk.network
· 2mo ago
Mit der Neuregelung der Notfallrettung durch den @bundestag@social.bund.de schafft Gesamtdeutschland mit der Zusammenführung von 112 und 116117 endlich den Ansatz einer Struktur, die man schon viel früher hätte haben können: in der untergegangenen DDR gab es nämlich die zentrale Notrufnummer 115, die beim Deutschen Roten Kreuz auflief und über die Rettungsdienst („Schnelle medizinische Hilfe“), ärztlicher Notfalldienst („Dringlicher Hausbesuchsdienst“) und Krankentransport einheitlich alarmiert und koordiniert wurde. Die 112 war dagegen den Feuerwehren vorbehalten. Leider hat man 1990 aus für mich unverständlichen Gründen (war es westlicherseits vielleicht einfach nur Beharrungsvermögen und „Kirchturmdenken“?) diese Lösung nicht übernommen, nur um sie jetzt, wo die Unzulänglichkeiten des westdeutschen Systems immer offensichtlicher werden, eine Zusammenführung zu versuchen, ohne die aber trotz jahrzehntelanger Existenz in den Köpfen der Menschen eher unbekannten 116117 aufzugeben und eine echte Reform so zu schaffen, die das Nebeneinander von „technischer“ (112) und „medizinischer“ (115) Hilfe durch zwei getrennte und entsprechend kommunizierte „echte“ Notrufnummern sauber abbildet. Ich prognostiziere: die Überlastung und Fehlsteuerung der 112 wird dadurch nicht abgebaut. Somit bleibt wie so vieles in unserem Land auch diese Reform zumindest an dieser Stelle wieder einmal auf halbem Wege stecken. Es wäre schön gewesen, in diesem Punkt die guten Erfahrungen der DDR mit 112 => Feuerwehr und 115 => DRK zu einer gesamtdeutschen Lösung zu machen. Es hat wohl nicht sollen sein! #Rettungsdienst #Feuerwehr #Notruf #DDR #DRK
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Christoph Brodesser @cbr@drk.network
· 2mo ago
Replying to @red_rooster@sueden.social
@red_rooster@sueden.social das ist weniger eine taktische, sondern eine politische Frage. Ein Landrat, dessen Leitstelle künftig „nur“ noch für Feuerschutz und Hilfeleistung zuständig sein soll, während „sein“ Rettungsdienst von der Leitstelle eines Nachbarkreises disponiert wird, verliert an Einfluss und politischer Reputation. Ich nehme an, dass sich hier Konstrukte über Zweckverbände entwickeln müssen. Das Problem bleibt dennoch: wenn die 112 bei der Zweckverbandsleitstelle des Rettungsdienstes aufläuft, muss der Anruf nach Abfrage an die Feuerwehrleitstelle des zuständigen Kreises weitergeleitet werden, wenn es sich um eine Frage des Feuerschutzes oder der technischen Hilfeleistung handelt - läuft die 112 bei der Feuerwehrleitstelle des Kreises auf, muss er bei medizinischen Notfällen an die Zweckverbandsleitstelle weitergegeben werden. Beides kostet Zeit, die man einsparen könnte, wenn es zwei getrennte Notrufnummern wie früher in der DDR gäbe. Ich befürchte, die 116117 wird sich nicht als „Pseudo-Notrufnummer“ für den Rettungsdienst einbürgern, abgesehen davon, dass das vermutlich auch nicht unbedingt sinnvoll wäre. Eine Zweckverbandsleitstelle auch für den Feuerschutz zuständig zu machen - was ja eigentlich ginge, denn sie müsste im Wesentlichen die Alarm- und Ausrückeordnungen der Gemeinden abarbeiten, ohne unmittelbare Führungsfunktionen zu haben - dürfte illusorisch sein, vor allem, wenn ich bedenke, wieviele Jahrzehnte es z.B. in NRW gebraucht hat, von den „Notrufabfragen“ einzelner Gemeinden wegzukommen und die 112 endlich überall aus allen Ortsnetzen auf die Leitstelle des Kreises aufzuschalten. Auch dabei standen häufig weniger taktische Fragen als solche der politischen Reputation im Hintergrund („wenn unser Ort schon die Kreisfreiheit verloren hat, dann wollen wir aber wenigstens bei der 112 selbstständig bleiben!“). @bundestag@social.bund.de
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Christoph Brodesser @cbr@drk.network
· 5mo ago
Replying to @cbr@drk.network
@nordwalde@katholisch.social
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Christoph Brodesser @cbr@drk.network
· 2mo ago
Replying to @red_rooster@sueden.social
@red_rooster@sueden.social ich denke, der Hintergrund war leider ein anderer. Die Kreise/Städte haben schon damals eine interessante Option gesehen, sich ihre Pflichtaufgabe „Leitstelle“ in Feuerschutz und Hilfeleistung durch die gesetzliche Krankenversicherung durch die Einbindung der Funktion der Rettungsleitstelle quersubventionieren lassen zu können. Bereits Ende der 90er Jahre hat eine Untersuchung des Instituts für Wirtschaftsgeographie der Uni Bonn hierzu interessante Einblicke gebracht. Die Frage, wer dann konkret die Leistung „Rettungsdienst“ erbringt, spielt dabei keine Rolle. Dass das DRK der DDR als öffentlich-rechtliche Körperschaft (übrigens weltweit die Standard-Rechtsform nationaler Rotkreuzgesellschaften, die bundesdeutsche Konstruktion als privatrechtlicher Verein ist weltweit eher die Ausnahme) in der DDR mit der Funktion der „medizinischen Leitstelle“ beauftragt war, ist dabei nicht entscheidend; entscheidend ist vielmehr eine „medizinische Notrufnummer“, die den Menschen die Entscheidung abnimmt, selbst beurteilen zu müssen, ob es sich noch um eine alltägliche gesundheitliche Problematik handelt oder ob ein medizinischer Notfall vorliegt. Diese nicht ganz triviale Abgrenzung (mit der sogar tlws. Hausärzte überfordert sind, wenn man sich die Eintragungen auf manchen Transportscheinen ansieht) überfordert naturgemäß Menschen, die vielleicht erstmals im Leben in einer Stresssituation mit dieser Frage konfrontiert sind. Aber wie schon gesagt: der sprichwörtliche Zug ist hier abgefahren, es bleibt aber die Feststellung, dass die 116117 eine im Ergebnis eher unzulängliche Hilfskonstruktion ist. Schon die Tatsache, dass diese von den kassenärztlichen Vereinigungen betrieben wird (strenggenommen ist die dadurch für Selbstzahler, Beamte und Privatversicherte nicht zuständig), ist eine „Krücke“. Wenn man die „Hoheit“ einer medizinischen Körperschaft dafür haben will, wäre die Ärztekammer (ebenfalls wie alle Berufskammern eine öffentlich-rechtliche Selbstverwaltungsinstitution) eigentlich die bessere Option gewesen. Das System ist und bleibt verkorkst, die Chance, es grundlegend auf neue Füße zu stellen, wurde verpasst. @bundestag@social.bund.de
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Christoph Brodesser @cbr@drk.network
· 2mo ago
Replying to @red_rooster@sueden.social
@red_rooster@sueden.social die Überlegungen gehen dahin, künftig für den Rettungsdienst eine (1) Leitstelle für 1…2 Mio Einwohner zu haben - unproblematisch, denn z.B. Köln mit dieser Einwohnerzahl kommt ja auch mit einer Leitstelle aus. Nehmen wir als Beispiel nun eines der einwohnerschwachen Bundesländer wie Sachsen-Anhalt: da gäbe es künftig vermutlich zwei Leitstellen für das gesamte Land. Gleichzeitig hätten aber 11 Landkreise und 3 kreisfreie Städte insgesamt 14 Leitstellen für die Feuerwehr. Wo sollte dann die 112 auflaufen - bei den 14 Leitstellen der Kreise oder nicht doch besser den 2 Leitstellen des Rettungsdienstes? Ich vermute mal, dass die Anzahl der medizinischen Notrufe deutlich größer ist als die der Hilfeersuchen an die Feuerwehr (man spricht mancherorts von einem Verhältnis 3:1). Dieses Problem gäbe es nicht, hätten wir die 112 für Notrufe an die Feuerwehr und die 115 für medizinische Notrufe. Beides über eine einheitliche Notrufnummer abzuwickeln bedeutet wieder zusätzlichen Abfrage- und Weiterleitungsaufwand und somit Verzögerungen. @bundestag@social.bund.de
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