„Die Empörung der Uni-Leitungen über den plötzlichen Sparschnitt ist groß, es gibt viele Medienberichte, auch Petitionen zur Rettung von Studiengängen werden aufgesetzt. Warum aber ist von den jungen Menschen, auf deren Studium sich der Sparkurs spürbar auswirken wird, kaum Protest zu vernehmen?“
Ja. Das fragt man sich.
„Ein weiterer Grund: Das Leben vieler Studierender spielt sich heute weniger auf dem Campus ab, als früher, etwa vor der Corona-Pandemie. Nur noch spärlich besuchte Vorlesungen sind ein Zeichen dafür, dass die Präsenzkultur seither nicht wiederhergestellt ist. Diskussionen über die aktuelle Lage und Arbeitsbedingungen, die auf den Fluren oder nach dem Seminar von Tutoren, Studierenden oder Profs geführt werden, bekommt man als Studierender, der viel von zuhause aus lernt, kaum mit.“
Ja. Lustig ist, dass Student*innen in den Gremien dafür kämpfen, dass sie nicht anwesend sein müssen. In einer übergeordneten Prüfungsordnung der HU steht, dass Student*innen (nicht alle sind Studierende, hüstel) sich bei einer Teilnahmequote von 75% die Anwesenheit bei Vorlesungen selbst bescheinigen können. Das heißt: Wenn sie ehrlich sind, müssen sie drei von vier Tage anwesend sein. Bei welcher Arbeit ginge das so? Und dann möchten sie natürlich auch keine Prüfungen, weil das ja anstrengend ist. Wofür wollen sie dann aber einen Abschluss haben?
„Die Bologna-Reform, gegen die 2009 und 2010 noch so viele auf die Straße gingen, habe zur Entpolitisierung der Universitäten beigetragen, sagt er. „Durch das Bachelor- und Mastersystem wurde das Studium verschult, sodass es nur noch wenig Raum für politische Diskussionen gibt.““
So isses. Leider.
https://www.tagesspiegel.de/wissen/trotz-der-folgen-fur-studierende-warum-gibt-es-kaum-proteste-gegen-die-uni-kurzungen-15354123.html