📰 Der Mann, der Bulgarien wieder sozialistisch machen will
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Ein „Roter Schrecken“, der groß genug ist für uns alle oder: Man muss nicht mal ein „Roter“ sein, um den Faschisten Angst einzujagen
Ich glaube, die Leute missverstehen dieses berühmte Anti-Nazi-Gedicht „Zuerst kamen sie“, das auf den Schriften des konservativen lutherischen Pastors Martin Niemöller basiert. Du kennst es sicher: Zuerst kamen sie für die Kommunisten, und ich habe nichts gesagt, weil ich kein Kommunist war. Dann holten sie die Juden, die Sozialdemokraten, die Gewerkschafter. Als sie mich holten, war niemand mehr da, der seine Stimme erhob.
Ich glaube, dieses Gedicht ist vielleicht das einflussreichste Schriftstück des 20. Jahrhunderts, zumindest was seine Auswirkungen auf die Weltpolitik angeht. Wenn ich mit Leuten über antifaschistische Organisation spreche und sage: „Du weißt schon, das Gedicht“, wissen die Leute, welches Gedicht ich meine. Als ich nach Minneapolis fuhr und mit unpolitischen Großmüttern sprach, die draußen in der kältesten Witterung standen, die ich je in meinem Leben erlebt habe, haben sie sich auf dieses Gedicht bezogen.
Dieses Gedicht ist die klarste, prägnanteste Beschreibung der Notwendigkeit von Solidarität unter den Menschen angesichts des Faschismus, die ich je gelesen habe. Und die Tatsache, dass die Menschen es gelesen und seine Lehre verinnerlicht haben, könnte durchaus der Grund sein, warum die Menschen in den Vereinigten Staaten gerade jetzt so hart gegen den Faschismus kämpfen.
Falls du es noch nicht gelesen hast: Die vielleicht älteste Version des Gedichts, übersetzt aus dem Deutschen, lautet:
»Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Juden einsperrten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.«
Mir gefällt diese ursprüngliche Formulierung ein bisschen besser als die anderen, die ich gesehen habe, weil da nicht „Zuerst holten sie …“ steht, sondern einfach nur „Sie holten …“. Wir haben ein Problem auf der Linken, wo wir alle versuchen, die „Unterdrückungs-Olympiade“ zu spielen, bei der wir alle darum wetteifern, die Am-stärksten-Unterdrückten zu sein und daher die Am-stärksten-Stimme zu haben. („Unterdrückungs-Olympiade“ ist ein Begriff, den die Feministin Elizabeth Martínez 1993 im Gespräch mit Angela Davis geprägt hat. Es ist kein neumodischer Versuch, Identitätspolitik abzutun, sondern vielmehr eine Erinnerung daran, unsere Aufmerksamkeit darauf zu richten, dass unsere vielfältigen und unterschiedlichen Identitäten eine Quelle der Solidarität sein sollten, nicht des Wettbewerbs.)
Nun ist bekannt und wichtig, dass die Nazis Menschen sowohl aufgrund ihrer Identität (wie ethnische Zugehörigkeit, Religion, Behinderung und Sexualität) als auch aufgrund ihrer Ideologie (Anarchisten, Kommunisten und Sozialdemokraten – die drei Gruppen, aus denen sich die traditionelle Linke zusammensetzt) verhaftet und getötet haben.
Die modernen Faschisten sind da nicht anders. Ihre ersten Ziele (da sage ich schon wieder „erste“) waren Einwanderer und Trans-Menschen – bequeme Sündenböcke für alle Probleme der Gesellschaft –, obwohl sie natürlich darauf aus sind, alle marginalisierten Menschen aus dem öffentlichen Leben zu entfernen.
(...)
Weiterlesen in meiner Übersetzung des Essays „A Red Scare Big Enough For All of Us or: you don't even have to be a red to scare the fascists“ von Margaret Killjoy / @margaret@kolektiva.social#Anarchismus #Sozialismus #Kommunismus #Antifa #Geschichte
Selbstschussapparat SM70, welche die sozialistische DDR an ihrer Westgrenze installierte, um Flüchtlinge beim Grenzübertritt zu töten oder schwerst zu verletzen.
Die Entwicklung erfolgte ursprünglich im direkten Auftrages Reinhard Heydrichs für die Montage an den Umzäunungen der von der SS betriebenen Konzentrationslagern. Die Entwicklung wurde von SS-Sturmbannführer Erich Lutter, Leiter des Refarat II D 4 (Waffenwesen) im Reichssicherheitshauptamt geleitet, aber nie im 3. Reich für diesen Zweck eingesetzt.
Erst die DDR nutzte sie um Flüchtlinge beim Überstiegen der Grenzbefestigung zu töten, zusätzlich zu Minenfeldern und Schießbefehl der Posten. Die genaue Zahl der Todesopfer und Verletzten ist unbekannt. 1996 wurde der ehemalige Kommandeur der Grenztruppen der DDR Klaus-Dieter Baumgarten und fünf seiner Stellvertreter für 11 vollendete und fünf versuchte Totschlagsdelikte verurteilt.
Mir geht es nicht in den Kopf wie man dieses System in irgendeiner Form gutheissen kann!
#ddr #sozialismus #grenze #flucht
Replying to
Ein weiterer, nahezu unbekannter Fakt über die ehemalige innerdeutsche Grenze ist, dass die DDR bei den Grenztruppen (militarisierte Grenzwache) einen Flammenwerferzug unterhalten hat. Gegründet am 1.11.1985 sollte der Zug mit Hilfe von Flammenwerferfahrzeugen Massendurchbrüche vor allem an der Berliner Mauer verhindern.
Stationiert war der Flammenwerferzug in Mahlow.
#ddr #sozialismus
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