#kreidlsnotizbuch

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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Aug 04, 2026
》Es wird Zeit Gänse zogen vorbei. Erst wenige, doch ihr Ruf hatte schon diesen Ton: „Es wird Zeit.“ Herr Kreidl sah hinauf, spürte ein leises Ziehen im Herzen, das immer kommt, wenn der Sommer sich verabschiedet. Im Gras glitzerten feine Fäden – ein Netz aus Stille gewebt. Baumkronen zeigten ein erstes Gelb, ein zögerliches Rot, als würden sie nur testen, ob der Herbst schon zuhört. Herr Kreidl setzte sich auf eine Bank. „Der Übergang beginnt immer leise.“ #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jul 28, 2026
》Wegweiser Ein älteres Pärchen nickte Herrn Kreidl zu – freundlich, wissend. Er blieb stehen. Etwas an diesem Bild berührte ihn. Er dachte: Wie oft gehen wir an alten Menschen vorbei. Dabei tragen sie Wege in sich, ganze Karten, Erfahrungen, Fehler, Abzweigungen, die wir selbst noch nicht kennen. Ein stiller Gedanke legte sich in ihm nieder: Vielleicht sind alte Menschen keine Mahner. Sondern Wegweiser, die nichts sagen müssen, weil ihr Leben bereits spricht. #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jul 27, 2026
》Der nächste Morgen Herr Kreidl dachte an den gestrigen Abend, an das Gefühl, dass alles selbstverständlich sei, bis man merkt, dass es das nicht ist. „Der nächste Morgen ist niemandem garantiert“, ging es ihm durch den Kopf. Wie eine leise Wahrheit, die sich erst im ersten Licht zeigt. Er trank einen Schluck Tee, spürte, wie der Tag sich langsam öffnete. „Vielleicht“, dachte Herr Kreidl, „ist genau das der Grund, warum man jeden Morgen ein wenig zärtlich behandeln sollte.“ #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jul 26, 2026
》Gegenwart ist eine stille Kraft Ein Tropfen fiel von einem Ast – langsam, regelmäßig, ohne Absicht. Er traf denselben Punkt, immer wieder. Kein Mensch hatte ihn gelenkt. Und doch: Eine kleine Vertiefung war entstanden. Herr Kreidl strich mit dem Finger darüber. Nicht um zu prüfen, nicht um zu verstehen – sondern um zu spüren, dass etwas geschehen war. „Gegenwart ist eine stille Kraft“, überlegte Herr Kreidl und schrieb später nur diesen Gedanken in sein Notizbuch. #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jul 25, 2026
》Zwei Männer im Gespräch Herr Kreidl saß auf einer Bank an der Isar. Neben ihm ein älterer Mann, der nicht sprach. Sie sahen gemeinsam auf das Wasser. Ein Vogel landete, ein Blatt trieb vorbei, ein Kind lachte in der Ferne, ein Hund bellte. Der Mann zeigte auf eine Stelle im Fluss. Herr Kreidl nickte. Nach einer Weile zeigte Herr Kreidl auf den Himmel. Der Mann lächelte. Kein Wort fiel. Aber alles war gesagt. #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jul 20, 2026
》Der Ruhestand befreit Das Leben hörte nicht auf, nur weil er aufgehört hatte zu arbeiten. Es drängte weiter, fragte, forderte. Herr Kreidl ließ die Welt an sich vorüberziehen, weil er endlich Zeit hatte, zu sehen, was immer schon da gewesen war. „Der Ruhestand nimmt mir die Pflichten, aber nicht mich selbst. Das Staunen bleibt. Der Zweifel bleibt. Das innere Drängen bleibt. Vielleicht beginnt das eigentliche Leben erst dort, wo niemand mehr sagt, was ich tun soll.“ #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jul 19, 2026
》Wenn Gedanken barfuß gehen Ein kleiner Junge saß neben Herrn Kreidl auf der Bank. Er hielt ein Eis in der Hand, das schneller schmolz als seine Fragen. „Fährst du auch in den Urlaub?“ Herr Kreidl nickte. „Ja – aber nicht weit.“ „Wohin denn?“ Herr Kreidl legte die Hand auf sein Herz. „Hierhin.“ „Aber Urlaub ist doch am Meer. Oder in den Bergen.“ Herr Kreidl lächelte ihn an. „Man kann auch Urlaub machen, wenn Gedanken barfuß gehen dürfen.“ #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jul 18, 2026
》Die alten Sätze „Zieh dich warm an, es wird kühl.“ Herr Kreidl hatte den Satz nicht gesagt, aber er war da – mit der Stimme seiner Eltern. Er blieb stehen und lächelte. Wie oft hatte er sich geschworen, nie so zu reden. Nie diese Sätze. Nie diese alten Weisheiten. Er nickte unwillkürlich. Vielleicht war es gar kein Verrat an sich selbst, wenn man die alten Sätze wiederholte. Vielleicht war es ein Zeichen, dass man zu einer Generation gehörte, die weitergibt, was Bestand hat. #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jul 17, 2026
》Was am Ende bleibt Herr Kreidl strich über die vergilbten Seiten, über die akkuraten Einträge, über die Stundenlisten. Damals war alles wichtig. Er ließ sich Zeit beim Blättern. Die Seiten raschelten, als würden sie ihm zuflüstern: „Ein Berichtsheft ist auch ein Bericht über dich selbst.“ #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jul 16, 2026
》Die Fehler der anderen Fehler und Häme werden geliked, geteilt – als wären sie eine neue Währung. Herr Kreidl legte sein Smartphone beiseite und schaute nachdenklich aus dem Fenster. „Der Spaß an den Fehlern anderer mag für einen Moment schmecken. Doch auf Dauer nährt er uns nicht.“ #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jul 15, 2026
》Die Frage nach dem Ich Was wäre, wenn jede Ameise ein Individuum wäre? Wenn jede ihre eigenen Pläne hätte. Ihre eigenen Wünsche. Ihre eigenen Wege? Herr Kreidl blieb einen Moment in der Frage, spürte, wie sie sich ausbreitete. Wie sie etwas über Menschen sagte, ohne es auszusprechen. #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jul 07, 2026
》Reicht das „Jetzt kommen auch noch die Techbros“, murmelte Herr Kreidl, als taste er noch einmal nach einer alten Wahrheit. „Neue Eliten“, antwortete der Nachbar. „Neue Machtzentren.“ „Weißt du“, sagte Herr Kreidl, „früher dachte ich, man könne die Welt mit Argumenten retten. Heute glaube ich, man kann sie nur mit Menschlichkeit ein wenig aufhalten.“ Der Nachbar nickte. „Und das reicht?“ Herr Kreidl sah ihn an. „Vielleicht nicht. Aber es ist das Einzige, was ich habe.“ #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jul 05, 2026
》Zwischen Innen und Außen „Seltsam“, dachte Herr Kreidl, „wir kümmern uns so sehr um unser Innen und übersehen dabei manchmal das Außen, das uns alle trägt.“ Es war ein stilles Gefühl, das ihn wie ein weicher Faden durch den Tag zog. Kein Urteil. Keine Kritik. Herr Kreidl lächelte leise, nahm sein Notizbuch hervor und schrieb: Das Innen braucht das Außen, sonst wird es eng. Gemeinschaft ist eine Form von Achtsamkeit. Die Welt ist kein Hintergrund, sondern Mitspielerin. #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jul 04, 2026
》Spaziergang ohne Ziel Herr Kreidl ging in einem Tempo, das zu ihm passte. Die Straßen waren vertraut, aber heute sah er sie nicht als Wege, sondern als Räume. Ein Balkon mit einer vergessenen Gießkanne. Ein Fenster, hinter dem jemand lachte. Ein Baum, der sich gegen das Pflaster stemmte, als wollte er sagen: „Ich bin noch da.“ Sein Notizheft hatte er diesmal nicht dabei. Sonst hätte vielleicht darin gestanden: „Wer ohne Ziel geht, findet Dinge, die sich nicht suchen lassen.“ #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jun 30, 2026
》Niemand ist unbedeutend Eine Briefträgerin steckte die Post in die Briefkästen. Ein Kind zog seinen Schulranzen hinter sich her. Der Hausmeister stellte die Mülltonnen zurück. Herr Kreidl blieb stehen und betrachtete den unscheinbaren Alltag. „Niemand ist unbedeutend“, überlegte er. Nicht die Briefträgerin, die Wichtiges ans Ziel bringt. Nicht das Kind, das mit seinem Schulranzen die Zukunft trägt. Nicht der Hausmeister, der dafür sorgt, dass der Tag nicht im Chaos beginnt. #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jun 27, 2026
》Was wir selbst entfesselt haben Die Nacht war schwarz und klar. Irgendwo klapperte ein Ventilator, der mehr Hoffnung als Wind erzeugte. Die Hitze klebte an den Häuserwänden wie ein zweiter Putz. Herr Kreidl lehnte sich ans Balkongeländer, spürte die warme Metallkante und dachte: „Wir bauen Raketen, aber keinen wirklichen Schutz vor dem, was wir selbst in Bewegung gesetzt haben.“ Über ihm zog die Raumstation vorbei, ein stiller, weißer Strich, der die Dunkelheit durchschnitt. #KreidlsNotizbuch
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Herr Kreidl @carlklopse@troet.cafe · Jun 26, 2026
》Die Kunst der Belanglosigkeit Herr Kreidl saß auf seinem Küchenstuhl, der aussah, als hätte ihn noch nie jemand für etwas Besonderes gehalten. „Du bist nicht belanglos“, sagte er zur Tasse. „Du hältst meinen Tee warm – und das ist mir viel wert.“ Die Uhr tickte, doch Herr Kreidl hörte nicht hin. Ein Staubkorn löste sich aus dem Sonnenstreifen und sank langsam zu Boden. „Vielleicht genügt das schon“, murmelte er. „Nicht zu glänzen. Nur da zu sein – leise und echt.“ #KreidlsNotizbuch
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