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@malteengeler@legal.social

Post #3903898

2026-07-18 05:45 UTC

Don't get me wrong: Sich lokal antifaschistisch zu organisieren, vertrauensvolle Gruppen bilden, widerständige Praktiken einüben, Selbstschutz lernen: All das ist mega wichtig und wertvoll. Es geht mir um die Annahme, dass die Bloßstellung von Nazis heute out-of-place ist und ausblendet, dass es die bürgerliche Mitte selbst ist, aus der Autoritarismus, Militarisierung und Rassismus vorangetrieben wird. Das ist Antifaschismus, der auf Empörung setzt. Das funktioniert nicht. #Thread 3/3

Replies (4)

  • @malteengeler@legal.social Wenn wir die Natis unter uns nicht kenntlich machen, wird die bürgerliche Mitte faschistisch bleiben. Das wussten bürgerliche Nazis auch schon direkt nach dem Krieg und propagierten gerne, daß Nazis doch bitte nicht bloßgestellt werden sollten. Und jetzt weiß ich auch nicht.

    Open ##3903897

  • @somlu1968@mastodon.social 2026-07-18 06:06

    @malteengeler@legal.social ja, das ist die einzige Stelle, wo ich nicht mitgehen konnte, ich denke, dass es viele Menschen nicht wirklich stört, wenn ihre Nachbarn als Nazis geoutet werden.

    Open ##4093284

  • @malteengeler@legal.social Die Diagnose finde ich gut. Du sprichst ,wie ich das sehe, Adorno. Ich selbst bin nicht antifaschistisch organisiert. Mich hat ehrlich gesagt, die Aura immer ein wenig geschreckt. Aber das nur am Rande. Meiner Erfahrung nach ist das "wording" entscheidend. Es packt die Menschen bei ihrem Selbstwert. Was ich meine: Ein Mittelstandsbürger will "Nazis" gar nicht enttarnt sehen und als solche benennen, denn dann müssten sie sich selbst als "Nazijäger" verstehen mit allen Alt-Implikationen. Bei einem Wörding aber wie "Menschen- und Verfassungsfeind" (oder aber bedeutungsgleich) wären viel mehr dabei, das glaube ich fest. Das Aussprechen von "Nazi" (auch wenn es stimmt) reaktiviert bei Bürgern unzuträgliche Identitätskonflikte, ein anderes Wording allerdings fokussiert auf 'das was ist'. "Menschen- und Verfassungsfeind" ist nunmal unabstreitbar bei vielen der Fall und sagt, was ist. Es impliziert aber auch einen justiziablen Angang gegen solche Menschen.

    Open ##4093286

  • @radundtat@berlin.social 2026-07-18 06:23

    @malteengeler@legal.social Da würde ich widersprechen. Gerade die "bürgerliche Mitte" reagiert noch empfindlich auf den Vorwurf, Nazis zu tolerieren. Wenn die Kollegen plötzlich tuscheln, wenn man nicht mehr zum Segeltörn eingeladen wird, wenn die Friseurin beim Termin nicht mehr plaudert trifft das diese Leute sehr. "Echte" Nazis sind meist schon abgeschottet und gegen Outings immun.

    Open ##4093287