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@danielwf@friendica.de

Post #2718129

2026-04-24 09:24 UTC

@cark@social.tchncs.de sehr lesenswert, guter Gedanke, Danke dafür. Da das für mich ein Dauerthema ist, auch in verschiedenen Vereinen, möchte ich hier als einen (von vielen) möglichen Lösungsansatz niederschwellige MINT-Angebote für Erwachsene auf den Tisch bringen. Meiner Erfahrung nach sind viele Menschen durchaus wissbegierig, bis zu einem gewissen Grad, landen aber (wie ja im Thread beschrieben) manchmal bei Quellen mit einer eigenen Agenda. Trennt man allerdings Bildungszweck/ziel und Kontext, ist es einfacher. Beispiel MINT-Jugendarbeit, Kontext Hackspace: Hier geht es unter anderem darum, den Kids Wertschätzung, Nachhaltigkeit durch eigene Lösungsansätze und vor allem ein technisch-wissenschaftliches Grundverständnis zu vermitteln und dadurch bessere Optionen aufzuzeigen. Beispiel MINT-Erwachsenenbildung, Kontext Amateurfunk: Natürlich geht es hier um Funkbetrieb und Technik, allerdings auch um Dinge wie Halbleiter, Wirkungsgrad, Atmosphärisches Fenster, spätestens bei der Ionosphärenausbreitung. Bei beidem ist der Klimawandel eher ein Randthema. Man muss MINT-Bildung aber nicht unbedingt nur im Kontext des Klimawandels verstehen, um dennoch gleiche Ziele zu erreichen. Da das Thema politisch total vereinnahmt wurde, ohne eigentlich selbst ein politisches Thema zu sein, wird man nicht umhin kommen, die MINT-Bildung davon losgelöst "ganzheitlich" zu betrachten. Dass diese mehr als dringend nötig ist, muss wohl kaum noch erwähnt werden. Es gibt zumindest in unserer Stadt viele Bildungsangebote, Vorträge, Ausstellungen, auch kostenlos, die aber schlicht nicht genug bekannt sind. Natürlich ist auch hier immer Luft nach oben. Es braucht also auch Leute, die die Kommunikation übernehmen und solche Angebote erweitern. Das ist anstrengend, aber es wird nicht ohne gehen. Die Mediathek reicht für solche Dinge leider nicht aus. Dass viele Medien da "eher nicht so im Thema sind", liegt entweder daran, dass sie denken, dass sie das ihren Abonnenten nicht zumuten können oder daran, dass vielleicht durchaus messbar die Reichweite sinkt. Das kann ich nur mutmaßen. Allerdings würde es sicher helfen, wenn auch medial das ein oder andere Thema durchaus mal technisch-wissenschaftlich tiefer beleuchtet wird - und zwar nicht nur oberflächig mit den immer gleichen durchgekauten und seichten Erklärversuchen, sondern durchaus mal richtig in die Tiefe. Wenn zum 100.Mal erklärt wird, wie der Jetstream oder der Golfstrom funktioniert, kommen wir nicht weiter. Viele Menschen können und wollen das durchaus, aber es braucht halt Leute, die das ein wenig kuratieren und aufbauen. Leider gibt es davon nur sehr wenig. Wenn sich allerdings dazu jemand in der Lage sieht, sollte man solche Leute unbedingt dazu ermutigen, auch mal mit ihrem "Spezialthema" in die Öffentlichkeit zu gehen. Viele trauen sich das aber leider nicht oder denken, dass es niemanden interessiert - wo wir wieder bei der Kommunikation sind.

Replies (1)

  • @cark@social.tchncs.de 2026-04-24 09:41

    @danielwf Da stimme ich zu. Persönliche Erfahrung: Ich habe im Alter von ca. 13 mal zufällig eine Sendung "Telekolleg Physik" im Bayrischen Rundfunk gesehen, wo es detailliert anhand verschiedener Experimente um die Umwandlung von kinetischer Energie in potentielle Energie und wieder zurück ging. Als das Thema dann im Physikunterricht dran kam, war das mein "moment to shine" 😊. Zum Allgemeinen: Die Herausforderung ist, dass man die richtigen Inhalte zum richtigen Zeitpunkt zu den richtigen Leuten bringt, die nunmal sehr unterschiedlich in Bezug auf Vorwissen und Interessen sind. Eigentlich müsste das digital prinzipiell gut gehen. Es kostet aber Aufwand (→ Geld) das in Groß aufzuziehen... Es gibt private Plattformen wie Brilliant, aber sowas sollte frei und kostenlos sein.

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