Post #1930878
2026-04-09 08:03 UTC
@KuMiKoe Die „Wende“ ist ca. 36 Jahre her. Da war sehr viel Hoffnung (teils auch unrealistische).
Die schwierigen Umbrüche waren Mitte der 1990er und danach, setzen sich in Teilen bis heute fort. Ich bin 1989 geboren – habe es nicht miterlebt – und puzzle mir bis heute ein Bild davon, wie einschneidend diese Veränderungen waren. Es ist schwer in wenigen Sätzen zu beschreiben, wie existenziell diese Umwälzungen das ganze Leben umgekrempelt haben.
„Der Staat tut nichts“ ist einerseits Quatsch und andererseits total wahr, wenn man es mit der DDR vergleicht: Sehr viel war geregelt, vieles auch zum guten. Der Häuserbestand verfiel zwar unmerklich langsam, aber es gab keine Graffiti und niemand hat achtlos Müll auf die Straße geworfen. Es herrschte Ordnung. Der Staat organisierte flächendeckend das gesellschaftliche Leben von Arbeit über Sport bis zur Nachbarschaft. Das mag dystopisch klingen, aber tatsächlich war überall ein enges Netz von persönlicher Gemeinschaft, das für viele nach der „Wende“ weggebrochen ist.
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