Post #1872923
2026-05-01 07:33 UTC
Zum Arbeitskampf gehört auch über Lohn zu sprechen. Im Unternehmen mache ich das bereits, aber öffentlich noch nicht.
Ich habe das Glück, dass die Geschäftsführung sich Mühe gibt ein transparentes und nachvollziehbares Gehaltsmodell zu haben: Es gibt ein Basisgehalt, das für alle gleich ist. Über drei Erfahrungsstufen erhöht es sich jeweils um 10%. Zusatzverantwortung bringt ebenfalls eine prozentuale Erhöhung. Somit ist das Gehalt nur minimal vom persönlichen Verhandlungsgeschick abhängig.
Heute vor einem Jahr habe ich dort angefangen. Ich arbeite in Support und Sales, wobei der Schwerpunkt auf dem Support liegt. Das Basisgehalt lag damals bei 4000€ für 40 Stunden. Ich habe 30 Stunden gearbeitet und entsprechend 3000€ bekommen.
Ein Monat nach meinem Arbeitsbeginn wurde das Basisgehalt für alle auf 4200 € erhöht. Entspricht etwa 5% und ist mehr als das doppelte der damaligen Inflation. Vergleichbar mit den höchsten Tariflohnverhandlungen.
Nach drei Monaten habe ich um die erste Gehaltserhöhung (+10%) aufgrund meiner Erfahrung gebeten und auf 35 Stunden erhöht. Somit stieg mein Gehalt auf 4042,5 €.
Gestern wurde mir angeboten auf die nächste Erfahrungsstufe zu steigen (erneut +10%), was mich gefreut hat und ich gerne annahm. In Zukunft bekomme ich somit 4410 €.
Da nur noch eine Erfahrungsstufe übrig ist, ist die mögliche Steigerung in Zukunft auf weitere 10% beschränkt. Das finde ich in Ordnung, weil ich zwar komplexere Fälle schneller bearbeiten kann, aber meine Arbeitsleistung nie ein Vielfaches der von anderen Personen betragen kann. Die maximale Gehaltspreizung im Unternehmen liegt bei 60%.
In meinem vorherigen Job als Scientific Programmer an der Universität Siegen wurde ich nach TV-L 13 bezahlt. Dort gibt es keine Erfahrungsstufen, sondern das Gehalt erhöht sich aufgrund der Zeit, die man dort arbeitet. Bei 40 Stunden wären das aktuell etwa 5200 €.
Davor war ich selbständig und habe in der besten Woche 15000 € eingenommen und im schlechtesten Monat nur Ausgaben gehabt.
Alle Angaben sind brutto.
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