Post #1380144
2026-04-14 04:29 UTC
Replies (3)
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@miggi@metalhead.club 2026-04-14 04:58
@Rhabarberbaer Hach, ja. Deutschland, deine Eugenik...
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@Rana@sueden.social 2026-04-14 05:54
@Rhabarberbaer 1/2 Die im Artikel verwendete 90%-Abbruchrate stammt vermutlich aus einem Review von 1999. Daten aus dem Fehlbildungsregister Sachsen-Anhalt (2000–2019) zeigen eine Abbruchrate von rund 54%¹ auf alle Fälle mit Trisomie 21. Die 90%² für Deutschland beruhen auf Expertysschätzungen, nicht auf erhobene Daten 1) https://www.trisomie21.de/down-syndrom/praenataldiagnostik/praenataldiagnostik-anzahl-von-neugeborenen-mit-trisomie-21-in-daenemark-und-frankreich 2) https://www.aerztezeitung.de/Politik/Trisomie-21-Diagnose-fuehrt-meist-zur-Abtreibung-295904.html
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@daswarkeinhuhn@netzkae.se 2026-04-14 06:16
@Rhabarberbaer@norden.social Schwierig. (und das meine ich auch so) Erst einmal bin ich pro Selbstbestimmung und infolgedessen auch pro Schwangerschaftsabbruch, pro "weg mit §218 StGB". Lebensumstände sind individuell. Wenn eine Frau sagt "Ich habe einen Kinderwunsch und hätte gerne ein Kind und gehe davon aus, aufgrund meiner persönlichen Lebensumstände (soziales Umfeld, finanzieller Stand, eigene körperliche / medizinische Umstände...) exakt eines groß ziehen zu können, sofern es keine besonderen Extra-Bedarfe hat" - warum soll ihr dann die Selbstbestimmung genommen werden? Und warum sollte eine wiederum andere Frau mit vollkommen anderen (ob nun besseren oder schlechteren) Lebensumständen andere Rechte zur Selbstbestimmung haben? Ich kenne einige Frauen, die haben abtreiben lassen. Sie taten das alle nicht aus sogenannten Lifestyle-Gründen (neuerdings die Lieblings-Anklage des Patriarchats) heraus, sondern weil sie wussten, dass mit dem Austragen des Kindes (ob nun vollkommen gesund oder auch nicht) ihr eigenes Leben vorbei gewesen wäre. Natürlich waren das alles ungewollte Schwangerschaften, dennoch haben auch Frauen mit Kinderwunsch immer noch die selben Rechte auf Selbstbestimmung. Ich kenne btw keine einzige Frau, die - unter welchen Umständen auch immer - einen Schwangerschaftsabbruch einfach so weggesteckt hat. Einige haben noch Jahrzehnte danach psychische Probleme aufgrund dieser Erfahrung - sind sich aber auch immer hundertprozentig sicher, dass ein Austragen des Kindes in ihrem Leben einen weitaus größeren Schaden angerichtet hätte; ebenso wären diese Kinder teils unter stark prekären Umständen aufgewachsen. Schwangerschaftsabbrüche sind keine einfache Entscheidung und hallen ein Leben lang nach; eine Frau dafür zu verurteilen ist schändlich. Es ist ganz sicherlich verwerflich, einen Fötus aufgrund seiner Chromosomen abzutreiben - keine Frage. Dennoch würde ich persönlich stets den Wunsch und die Rechte der Frau und Mutter vornean stellen - schließlich geht es um die eigenen kommenden 20+ Jahre ihres Lebens. Nur, weil ihr die Kraft oder die Möglichkeiten (die bei jedem Menschen individuell sind) fehlen, ein Kind mit besonderen Bedarfen groß zu ziehen, heißt es ja nicht, dass sie es nicht ebenso wie eines ohne besondere Bedarfe geliebt hätte. Beruflich habe ich immer mal wieder mit Menschen zu tun, die Trisomie 21 haben - und sie sind stets ganz großartig, keine Frage. Aber sie sind halt bereits ausgetragene und geborene Menschen mit einer Persönlichkeit, so wie du und ich, und keine Föten. Wie gesagt: Schwierig. (meine ich immer noch so)