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Armer Poet

einarmerpoet@troet.cafe

<p>Sprachverliebter Hobbyphilosoph mit einer Schwäche für trockenen, gern auch schwarzen Humor, Wortwitz und Poesie.</p>

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    Seit Fußball-WM und Tour de France gleichzeitig Pause machen, weiß ich plötzlich gar nicht mehr, wann ich aufs Sofa muss. Verwahrlosung beginnt schleichend.

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    Der arme Poet behauptet: Im Oberstübchen sollte regelmäßig gelüftet werden. Sonst setzen sich Meinungen fest wie Dachbodenstaub.

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    Merkwürdig eigentlich: Wir geben Gedanken ein Zuhause. Und wundern uns später, dass manche einfach nicht mehr ausziehen wollen.

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    Der arme Poet hat den Verdacht: Manche Menschen wechseln ihre Position. Andere wechseln nur die Lautstärke.

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    Es gibt Tage, da hat man einen Knoten im Kopf. Und dann hilft ausgerechnet ein Spaziergang, obwohl die Beine das Problem gar nicht waren.

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    Ich glaube, Vernunft ist die einzige Stimme im Oberstübchen... ...die nie schreien muss.

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    Der arme Poet beobachtet: Je voller der Terminkalender wird, desto kostbarer wirkt plötzlich eine Stunde, in der gar nichts passiert.

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    Die Kommentarfunktion ist ein faszinierender Ort. Manche suchen dort Antworten. Andere lediglich Zeugen.

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    Der arme Poet fragt sich, ob der gesunde Menschenverstand vielleicht gar nicht ausgestorben ist. Er hat nur aufgehört, sich ständig einzumischen.

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    Früher dachte ich, Denken sei anstrengend. Heute weiß ich: Nichtdenken über viele Jahre ist deutlich anstrengender.

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    Ivan Rebroff war gar kein Russe, sondern hieß Hans Rolf Rippert und kam aus Berlin. Seitdem traue ich weder Pelzmützen noch dem Christkind. Am Ende heißt das Ulf-Ingo und kommt aus Wuppertal.

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    Früher dachte ich, Erwachsene hätten auf alles eine Antwort. Heute bin ich selbst einer. Ich habe Fragen.

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    Manchmal öffne ich den Kühlschrank. Nicht weil ich Hunger habe. Sondern weil ich hoffe, dass sich inzwischen darin irgendetwas verändert hat.

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    Es gibt Menschen, die lesen die Datenschutzerklärung. Ich glaube zumindest fest daran.

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    Habe mir eben bei eBay eine durchsitige Brotdose bestellt, damit ich immer weiß, ob ich zur Arbeit gehe oder von der Arbeit komme.

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    Draußen klettert das Thermometer langsam Richtung Hochsommer. Im Fernsehen schmücken Pippi Langstrumpf und ihre Freunde gerade den Weihnachtsbaum. Meine Stimmung geht daher gerade Richtung Lebkuchen, während Sonnencreme das Mittel der Wahl sein sollte.

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    Ich habe den Verdacht, dass manche Gebrauchsanweisungen länger sind... ...als die Geduld der Menschen, die sie geschrieben haben.

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    Ich glaube, das Gegenteil von Chaos ist gar nicht Ordnung. Sondern jemand, der weiß, wo das Ladekabel liegt.

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    Es gibt Wörter, die habe ich noch nie benutzt. Trotzdem weiß meine Autokorrektur sofort, dass ich sie gerade nicht schreiben wollte.

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    Es heißt immer, man solle über den Tellerrand schauen. Ich finde, manchmal reicht es schon, überhaupt erst einmal auf den eigenen Teller zu schauen.

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    Demokratie ist eine faszinierende Erfindung. Sie lebt davon, dass Menschen miteinander reden. Und leidet darunter, dass sie es inzwischen gleichzeitig tun.

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    Merkwürdig eigentlich: Je mehr Menschen gleichzeitig reden, desto seltener entsteht ein Gespräch.

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    Es ist faszinierend, wie viele Probleme sich lösen, wenn zwei Menschen nicht überlegen, wer Recht hat, sondern was stimmt.

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    Ich glaube, viele Menschen suchen gar keine Wahrheit. Sie suchen nur jemanden, der ihre bisherige Meinung besonders schön formuliert.

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    Es gibt Menschen, die betreten einen Raum und verbreiten gute Laune. Andere verlassen ihn und erreichen denselben Effekt.

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    Ich mag Menschen, die ihre Meinung ändern können. Nicht, weil sie wankelmütig sind. Sondern weil sie Informationen höher bewerten als ihr Ego.