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@IdleHirn@federation.network

2026-10-05 15:25 UTC

Buena Vista Social Club - Buena Vista Social Club Album 33/52 Es gibt Alben, die man nach Jahren wieder hört und sich sofort fragt, warum man die eigentlich damals so oft gehört hat. Und dann gibt es Buena Vista Social Club. Ich lege das Album nach langer Zeit wieder auf und bin innerhalb von Sekunden wieder 15 oder 16 Jahre alt. Vor allem muss ich sofort an Tropico denken. Ich habe das Spiel damals rauf und runter gespielt und dabei lief diese Art von Musik für mich praktisch permanent im Hintergrund. Wenn ich heute Buena Vista Social Club höre, habe ich deshalb sofort wieder Bilder von Tropico im Kopf: kleine Inseln, Palmen, kubanische Dörfer und dieses völlig romantisierte Bild von Kuba, das ich damals durch das Spiel mit dieser Musik verbunden habe. Das ist schon ziemlich verrückt, weil Musik und Spiel dadurch in meiner Erinnerung kaum noch voneinander zu trennen sind. Dabei fällt mir heute allerdings auf, dass ich das Album damals offenbar viel weniger bewusst wahrgenommen habe. Ich hatte vor allem diese Vorstellung von kubanischer Musik im Kopf: Gitarren, warme Rhythmen, melancholischer Gesang und irgendwo sitzt eine Gruppe Musiker in einer Bar in Havanna. Und genau das funktioniert auch heute noch erstaunlich gut. Man kann sich problemlos vorstellen, in einer kleinen Bar zu sitzen, während eine Band diese Musik spielt und die Männer an der Theke mit jedem Lied ein bisschen trauriger werden. Gleichzeitig frage ich mich beim Hören immer wieder: Sind manche dieser Stellen eigentlich so klischeehaft, weil sie ein Klischee bedienen – oder haben Buena Vista Social Club dieses Bild von kubanischer Musik vielleicht selbst mitgeprägt? Denn das Album ist durchaus abwechslungsreicher, als ich es aus meiner Erinnerung abgespeichert hatte. Neben den einfachen, fast volksliedartigen Stücken mit Gitarre und Gesang gibt es immer wieder richtig jazzige Momente, vor allem beim Klavier. Manche Lieder wirken dabei fast wie Schlager – was vermutlich gar nicht so weit hergeholt ist, wenn man bedenkt, dass hier teilweise traditionelle kubanische Lieder und Stile verarbeitet werden. Und genau diese Mischung gefällt mir eigentlich ziemlich gut. Das Album versucht nicht, ständig spektakulär zu sein. Es lebt von Melodien, Atmosphäre und den Musikern. Gleichzeitig gibt es ein paar Stücke, bei denen ich heute merke, dass sie mich nicht mehr ganz so packen wie früher. Was bleibt, ist deshalb vor allem ein ziemlich schönes Wiedersehen mit einem Album, das für mich viel mehr ist als nur Musik. Es ist ein Stück meiner Jugend, untrennbar mit Tropico verbunden, mit meiner damaligen Vorstellung von Kuba und mit dieser ganz speziellen Zeit, in der ich das Spiel stundenlang gespielt und diese Musik dabei immer wieder gehört habe. Nicht alles daran begeistert mich heute noch gleichermaßen aber es fühlt sich gut an, diese Platte wieder zu hören. Lieblingssongs - Chan Chan - de camino a la verada - Pueblo nuevo - Candela - Orgullecida - Buena Vista Social Club Bewertung: 7,5/10 #projekt1252 #idlehirnhörtmusik #musikreview

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