@BlumeEvolution@digitalcourage.social
2026-08-09 05:48 UTC
Replies (2)
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@Sagittarius_59@sueden.social 2026-08-09 06:58
@BlumeEvolution@digitalcourage.social "Ich wünsche mir, dass die sehr deutsche Tradition der Diktatur-Bewunderung endlich durch einen wissenschaftlich informierten Blick ersetzt wird." 👋🥴🤚Nee, Dein diktatorischer Traum von "dialogischem Monismus" ist absolut kein Ersatz, kennen wir schon‼️ @forthy42@mastodon.net2o.de @doro12er@federation.network
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@forthy42@mastodon.net2o.de 2026-08-09 07:08
@BlumeEvolution@digitalcourage.social @doro12er@federation.network Das ist leider halt alles Pfeifen in Walde, was du hier machst. Kohl hat noch verstanden, wie wichtig die Output-Legitimation ist: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt“. Geliefert hat er dafür eher wenig, aber es war ihm wenigstens klar, was das Konzept ist, und warum es wichtig ist. Adenauer, Kohl, Merkel können sich auch nicht darauf berufen, nur innerhalb einer Legislaturperiode gedacht zu haben: wer vier Amtszeiten Kanzler ist, muss irgendwie auch langfristig planen und handeln. Ansonsten ist deine Sicht auf die chinesische Wirtschaft Top-Down, also aus der Sicht des Kapitals. Das ist nicht zielführend, denn in China soll die Wirtschaft den Arbeitern dienen. Aus Sicht eines Immobilienspekulanten sind leerstehende Wohnungen ein Graus. Die verderben ja die Preise. Aus Sicht eines Mieters sind sie ein Segen: man kann sie billig kaufen, und so aus einem Kostenpunkt eine Investition machen. Über 80% der Chinesen wohnen in ihren eigenen vier Wänden. Für die Leute ist das ein Erfolg. In Deutschlands großen Städten wohnen 80% zur Miete, und die steigt ständig. Das ist für die Leute kein Erfolg. Durch das Platzen der Immobilienblase hat China die Kapitalisten in diesem Sektor sich selbst enteignen lassen, mit dem Ergebnis, dass die Wohnungspreise wieder auf vor-Blasen-Niveau sind. Zudem braucht China viele Wohnungen in den Städten, wenn sie, wie angekündigt, das Hukou-Gesetz aufheben. Wenn es etwas gibt, was die Chinesen tatsächlich als mangelnde Freiheit empfinden, dann ist es genau diese fehlende Niederlassungsfreiheit. Und deshalb muss das weg. Es wird hunderte Millionen Leute in die Städte bringen, nicht als Wanderarbeiter, sondern dauerhaft. Und zwar ziemlich schlagartig, denn diese Leute sind ja schon irgendwie da, nur ihre Kinder fehlen noch. Kontingente mit Lotterie wären Einfallstor für breite Korruption, das will man auch nicht. Auch bei der schrumpfenden Bevölkerung denkst du nur aus der Sicht des Kapitalisten: das bedeutet schrumpfende Gesamt-Nachfrage (bei steigender Pro-Kopf-Nachfrage!), schrumpfende Anzahl Arbeiter, und vor allem verschiebt das das Kräftegleichgewicht: es gibt dann einen Mangel an Arbeitskräften (verzögert). Für die Arbeiter ist das aber ein Segen, und zwar in vielerlei Hinsicht. Hat man nur ein Kind, kann man das besser fördern. Auch in China ist klar: mit einem Studium ist ein gesellschaftlicher Aufstieg möglich. Und nur mit Nachhilfe schafft das durchschnittliche Kind die Hürden. Mittelmäßige Bildung gibt's umsonst, gute kostet. An der Stelle hat China derzeit noch viel zu sehr das amerikanische System nachgemacht. Es ist zwar nicht so, dass Chinas Studenten exorbitant verschuldet sind, aber es ist halt nicht kostenlos. Das Thema Kindergeld, bis hin zu sowas wie BAföG, also staatlich finanziertes Studium, wird in China schon diskutiert, erste Ansätze sind erkennbar. Die Bevölkerung will mit ihrer Geburtenzurückhaltung auch die Regierung dazu zwingen, da mehr zu investieren. 40 Jahre lang gab es Strafzahlungen für zu viele Kinder; wenn die Regierung jetzt mehr Kinder haben will, muss sie dafür auch bezahlen. Das mit dem Rückgang der Geburten ist ohnehin ein weltweites Phänomen. Südkorea, das es regelmäßig hinbekommt, seine zwar demokratisch gewählten, aber dann doch korrupten Despoten in den Knast zu stecken (siehe z.B. https://www.fr.de/politik/nordkorea-suedkorea-kriegsrecht-praesident-nordkorea-yoon-suk-yeol-geschichte-zr-93449943.html), ist davon noch deutlich stärker betroffen als China. Es sollte auch jedem klar sein, dass die Welt zu klein für 8 Milliarden Menschen ist. Gerade, wenn man in Chinas Städten unterwegs ist, merkt man sofort, dass es zu viele Menschen auf zu wenig Raum gibt. Und was die Binnennachfrage betrifft: China exportiert 20% des GDPs. Deutschland 40%. Klar, Deutschland importiert auch mehr, 38%, China 17%, und Deutschland ist in der EU; knapp über die Hälfte (54%) der Exporte und Importe sind Binnenhandel aus EU-Sicht. Insgesamt ist die Binnennachfrage hier in Deutschland auch zu schlecht, besonders der private Anteil am Wohnungsmarkt lässt krass zu wünschen übrig. Und „wissenschaftlich informierter Blick“: ja, äh, genau da ist China eben besonders stark. Wer sich da wissenschaftlich informiert, statt den verzerrten Berichten der Presse Gehör zu schenken, sieht China mit anderen Augen. Gerade du, der sich gegen rechtslibertäre Politik, die die Wissenschaft ignoriert, wendet, sollte zumindest anerkennen, dass Chinas KP genau das nicht tut: Eben weil sie output-legitimiert ist, muss sie auf die Wissenschaft hören. Und es muss auch möglich sein, diese Output-Legitimation im Rahmen einer Demokratie hinzubekommen, die dann zusätzlich noch eine Input- und am besten auch eine Throughput-Legitimation hat.