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@BlumeEvolution@digitalcourage.social @doro12er@federation.network Bitte nicht mit der DDR vergleichen. Ich kanne bis 2003 auch nur die DDR als Beispiel für den real existierenden Sozialismus, und bin dann nach China gereist.
China und die DDR haben praktisch keine Schnittmenge in ihrer Interpretation des Marxismus-Lenininsmus. Wer aus der DDR extrapoliert, liegt komplett falsch.
China hat einen pragmatischen Ansatz, und lässt — staatlich gelenkt — auch eine Menge Kapitalismus zu. Allerdings nie so, dass es die Politik dominieren kann: Das Primat der Politik bleibt erhalten, kapitalistische Wertschöpfung ist Mittel zum Zweck, und es wird erwartet, dass man für besondere Zuwendungen als CEO in die KP eintritt (was nicht ohne Alignment mit deren Zielen geht), und sein Unternehmen entsprechend führt — Huawei z.B. gehört zu 99% der Belegschaft.
Mir geht es hier darum, Dinge von China zu übernehmen, die auch in unsere Gesellschaft passen. Wer Chinas erfolgreiche Teile untrennbar mit „tyrannische Diktatur“ verbindet, sieht einen Gesellschaftsentwurf nicht als Zusammenspiel vieler Komponenten, sondern als monolithischen Block, den man nur ganz oder gar nicht übernehmen kann.
Genau das tut China übrigens nicht. Das juristische System dort z.B., nach der kompletten Abschaffung des alten Systems aus dem Kaiserreich in der Kulturrevolution, wurde nach japanischem und deutschem Vorbild wieder aufgebaut (und letztlich ist auch das japanische Justizsystem nach deutschem Vorbild aufgebaut). Jetzt sehe ich als Deutscher durchaus Probleme mit unserer Justiz, und Möglichkeiten zur Verbesserung, aber das sehen die Chinesen bei ihrem Neustart übrigens auch, und passen das System entsprechend an: Sie übernehmen das nicht 1:1. Trotzdem sind viele Gesetze in China auf Basis deutscher Gesetze erlassen, bzw. China hat das kontinentaleuropäische Zivilrecht übernommen, und dabei Deutschland als größtes Vorbild gewählt (seit den 1980ern).
Natürlich gibt es krasse Unterschiede im Staatsrecht, und deutliche im Strafrecht. Aber genau das ist mein Punkt: Man kann eine Gesellschaftsordnung in Komponenten zerlegen, und jede Komponente für sich bewerten, und auch übernehmen. Die Chinesen schaffen das, ohne ihr autokratisches System in Frage zu stellen, also sollten wir das auch schaffen, ohne unser demokratisches System in Frage zu stellen.
Nur weil im chinesischen System eine Komponente drin ist, die wir nicht wollen, sind die anderen Komponenten nicht alle automatisch schlecht.
Letztlich ist das, was du hier gerade machst, Rechtsdualismus: Du verfällst in eine Freund-Feind-Logik, in ein Gut-Böse-Schema, in der ein Dialog nicht möglich ist.
Replies (2)
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@forthy42@mastodon.net2o.de "Nur weil im chinesischen System eine Komponente drin ist, die wir nicht wollen, ..."
Im "freiheitlichen" Wettbewerb um Deutungshoheit der wettbewerbsbedingt-konfusen Symptomatik 1:5, sind die Komponenten GLEICH, also konsequent & kompromisslos, oder im Westen: zynisch-konfusionierend & kompromisslos - Ich glaube Chinesen sind offener, wenn wir eine auf wirklich-wahrhaftige Vernunft & Verantwortungsbewusstsein basierende Weltordnung kommunizieren könnten.
@BlumeEvolution@digitalcourage.social
Open ##4465629
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@forthy42@mastodon.net2o.de "Wer aus der DDR extrapoliert, liegt komplett falsch."
Wenn man als Kapitalist/Profitler der wettbewerbsbedingt-konfusen Symptomatik aus der DDR extrapoliert, poliert man das heuchlerisch-verlogene Verantwortungsbewusstsein, welches die DDR / die Sowjetunion mit dem "freiheitlichen" Wettbewerb in die Knie gezwungen hat.
Die Chinesen waren als Entwicklungshilfeland für Gier & Globalisierung scheinbar leichte Beute, aber die Chinesen waren cleverer.
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