Post #4499100
2026-08-11 12:26 UTC
Das ist ein Rack in einem Rechenzentrum.
Ein Rack hat eine bestimmte Höhe, die in Rackunits (RU oder U) unterteilt ist. Ein U ist 44.45 mm, und ein 40U Rack hat 1.78 nutzbare Höhe. Das ganze Rack ist ein bischen Höher, etwa 2 Meter. Oft haben Racks auch noch ein paar Slots mehr, 42U oder 45U, damit man ganz oben noch Netzwerkequipment oder andere Hardware einbauen kann.
Das Rack hat eine Vorderseite, die früher oft mit Türen verschlossen war und eine Rückseite, auf der sich früher die ganzen Anschlüsse befunden haben – Netzwerk, Strom und so weiter.
Früher hat Equipment im Rack auch lustige Dinge mit dem Luftstrom gemacht, zum Beispiel hat Netzwerk-Equipment oft Luft an der Seite eingesaugt, andere Dinge haben Luft von vorne nach hinten oder von hinten nach vorne geblasen.
Im Rechenzentrum hat man klimatisierte Räume, in den Räumen dann manchmal abschließbare Käfige (wenn der Raum zwischen mehreren Kunden geteilt ist) und darin dann Rackreihen mit Racks. Das Rechenzentrum hatte meist einen Doppelboden, mit Stücken oben gehaltene Bodenplatten. Unten hat man Kabel verlegt, an den Rackstandplätzen hoch geführt und dann die Racks angeschlossen.
Die Stützen haben ein Gewichtslimit, und wenn man oben Racks rum rollt, dann können die nur so und so schwer sein, sonst bricht das Rack durch den Doppelboden nach unten.
Ein Rack kann Equipment mit einer bestimmten Menge Abwärme beherbergen. Wenn man dort zu viel einbaut, dann wird das Rack zu warm und es passieren schlimme Dinge™.
So ein klassisches Rack von vor 1990 kann Hardware mit einer Nennleistung von 3000-3500 Watt ("3.5 kW") beherbergen. Danach wird es kompliziert.
Darum hat man sich irgendwann darauf geeinigt, eine Luftstrom-Richtung festzulegen: Von vorne nach hinten. Doof für Cisco, aber bitte. Nun blasen alle Units im Rack in die gleiche Richtung.
Man baut nun die Rackreihen so, daß je zwei Reihen mit den Vorderseiten einander ansehen und bläst unten kalte Luft in den Doppelboden. Bestimmte Platten des Doppelbodens versieht man mit Löchern und zwischen den Gerätevorderseiten steigt so kalte Luft durch den Druck auf, wird eingesaugt, durch die Geräte geblasen und auf den Geräterückseiten ausgestoßen, steigt zur Decke auf, wird dort abgesaugt und wieder gekühlt.
Ein kleines bischen Verabredung und schon kriegt man gut 7000 Watt in ein Rack ohne daß es größere thermische Probleme gibt.
Replies (1)
-
@isotopp@infosec.exchange 2026-08-11 12:34
Haust man eine Rack Reihe ein, mit Türen und einem Dach, dann kann man darin gezielt Überdruck aufbauen, der die Luft durch die Racks zwingt, und auf der Rückseite eine Reihe haben, in der sich die warme Luft sammelt. Das Prinzip heißt Kaltgang/Warmgang und funktioniert in erster Linie weilk sich Zuluft und Abluft nicht mehr vermischen. Dadurch steigert man die Kühlleistung noch einmal, auf circa 10000 Watt bis 12000 Watt pro Rack. Dabei muß man schon ein wenig Sorgfalt walten lassen. Zum Beispiel will man sauberen Überdruck in einem Kaltgang haben, damit die Richtung des Luftflusses stimmt.