Elektrine lite

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Post #448298

2026-01-11 21:37 UTC

Interessant, dass immer noch viele Leute meinen, Stromversorgung aus PV-Anlagen ablehnen zu müssen, weil die Verteilnetze nicht stark genug dafür dimensioniert seien. Diese Leute verkennen, dass mit zunehmender Dezentralität („PV-Anlage auf jedem Dach, Stromspeicher in jedem Haus") auch die Verteilnetze ihre Flaschenhals-Funktion verlieren. Wenn nämlich künftig, wie in NRW seit Jahreswechsel vorgeschrieben, auf jedem neuen Gebäude verpflichtend eine PV-Anlage installiert wird (wo das technisch möglich ist) und auch bei Dacherneuerungen im Bestand PV-Anlagen vorgeschrieben sind, kommen wir mehr und mehr dahin, dass die Verteilnetze lediglich noch den „Differenzstrom“ transportieren müssen. Einfaches Beispiel: erhält ein Haus heute 100% seiner Energie über das Verteilnetze, kann aber künftig im Jahresschnitt 50% dieser Energie selbst produzieren, wird das Verteilnetz künftig nur noch mit 50% gegenüber heute belastet. Hat dieses Haus darüber hinaus einen eigenen Speicher, der überschüssig produzierten Strom „zwischenlagern“ und bei Bedarf zurückgeben kann, wird die Belastung des Verteilnetzes noch geringer, denn es muss nur noch das transportiert werden, was entweder bei großer Produktionsmenge den Eigenverbrauch PLUS die Speicherkapazität des Akkus übersteigt oder aber bei Dunkelheit nicht aus dem eigenen Speicher bereitgestellt, sondern hinzugekauft werden muss. Übrigens könnte diese Bilanz noch erheblich verbessert werden, wenn Deutschland endlich die Technik „Vehicle to Grid“ (V2G) zulassen würde, bei der der Akku des eigenen Elektroautos ebenfalls als Zwischenspeicher für den im Haus produzierten/benötigten Strom mitbenutzt werden kann. Die Kalkulation der Verteilnetzkapazitäten nicht auf der Basis einer Vollversorgung, sondern des „Differenzstroms" könnte die Diskussion über einen angeblich erforderlichen massiven Ausbau der Stromnetze deutlich vereinfachen und versachlichen - und auch deren Kosten senken. Allerdings: auf der Basis von Differenzstrom wären die Umsätze der Stromversorgungskonzerne deutlich geringer - könnte das ein Grund dafür sein, dass diese das Projekt „Differenzstrom“ möglichst weit nach hinten schieben? Wenn wie gerade nach dem Stromausfall in Berlin jedoch die hohe gesellschaftliche Bedeutung der Kritischen Infrastruktur „Stromversorgung“ in aller Munde geführt wird, sollte man endlich in dieser Sache „Nägel mit Köpfen machen!“ #KRITIS #Differenzstrom #Stromnetze #Friedensenergien #Photovoltaik #Speicher

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