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@beandev@social.tchncs.de

Post #4131633

2026-07-27 05:46 UTC

@oliverschwarz@indieweb.social Das sind so viele offene Fragen, wo man bei aller Euphorie wirklich gut überlegen muss, ob man das jetzt produktiv hinbekommt und ob man seine komplette Firma darauf umstellen möchte. Allerdings ist anscheinend die gesamte IT Welt in dieser Hysterie gefangen, möglichst als Erster, vor allen anderen, auf den Zug aufgesprungen zu sein. Wie beobachten schon jetzt, wie sich viele vom IT Studium abwenden und die, die da sind, lassen sich alles mit ChatGPT schreiben. Wo bleibt der qualifizierte Nachwuchs, der solche komplexen Spec Driven Design Systeme entwickeln kann? Mit dem selben Output der aktuellen Softwareindustrie? Und dann die zehntausenden Unternehmen, die Inhouse Development machen, mal gar nicht eingerechnet. @0815@social.tchncs.de @isotopp@infosec.exchange

Replies (1)

  • @isotopp@infosec.exchange 2026-07-27 07:10

    @beandev@social.tchncs.de @oliverschwarz@indieweb.social @0815@social.tchncs.de Allerdings ist anscheinend die gesamte IT Welt in dieser Hysterie gefangen, möglichst als Erster, vor allen anderen, auf den Zug aufgesprungen zu sein. "Als erster vor den fahrenden Zug gesprungen zu sein." Wir haben hier neue Technik und es gibt noch keine Practice, geschweige denn Best Practice, Metriken, KPIs oder einen KVP. Die Technik ist auch noch nicht ausentwickelt. Neue Modelle erscheinen und sie sind fundamental besser als die vorherige Iteration, nicht inkrementell besser. Also ist es nacktes Chaos. Und viel zu früh, Werturteile über die Technik oder den generierten Code zu fällen. Wir sind in der Chaotic domain und kratzen gerade an Complex. Es ist die Domain, in der kleine Teams von 3-4 sehr hoch geskillten Leuten mit nicht vollständig überlappenden Spezialisierungen zusammenarbeiten, ihre Ergebnisse crosschecken und versuchen, Muster und wiederholbare Dinge zu finden. Das ist Forschung. Complex ist dann Engineering: Es gibt wiederholbare Muster und den Beginn von Technik, aber all das ist nicht für die Hände von Laien, sondern braucht Gefühl, Erfahrung und genaues Tuning. Hier arbeiten wir in größeren Teams von recht gut ausgebildeten Leuten unter Leitung oder Aufsicht eines Forschers, um aus Halbfertigteilen mit Anpassungen was größeres Zusammenzusetzen. Dabei entdecken wir bisher unbekannte Details, kontrollieren sekundäre Qualitätsvariablen, die nicht den Prozeß an sich kontrollieren, sondern die Qualität und die Kosten des Outcomes und dokumentieren diese. Wir bauen aus den fragmentarischen Erkenntnissen einen dokumentierbaren und lehrbaren qualitativen Prozeß. Rechts sind dann die Teile, in denen etwas bekannt, wiederholbar und meßbar ist, also quantitative Metriken für einen standardisierten anpaßbaren Prozeß existieren. Aber davon sind wir weit entfernt. Es ist wahrscheinlich, daß die teilautomatisierung der Software-Erzeugung auch auf Nicht-generierten Code anwendbar ist – TDD oder Spec Driven Development wird auch mit Menschen als Coder funktionieren und angewendet werden, falls wir zeigen können, daß es die Kontrolle erhöht und die Defektrate verringert. Das wäre in der Tat ein Reverse Centaur. Wahrscheinlicher ist es, daß wir einen Centauren bekommen, also ein System, bei dem der Mensch steuert und von AI augmentiert wird, und der Mensch in den höherliegenden Schichten arbeitet, also beim Betriebsprozeßdesign, dem Finden von Spezifikationen und deren Validierung und wir die Übersetzung der Spec in Code dann automatisieren.

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