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@onlytina@todon.eu

Post #3573056

2026-07-04 06:05 UTC

#Arbeit #Work #Vollzeit #Arbeiterleben 1/2 Moin. Ich denke schon ne Weile darüber nach, dazu was aufzuschreiben, was mir durch den Kopf geht. Zu dem komplexen Punkt Vollzeitarbeit in einem klassischen Arbeiterbereich im unteren Lohnsegment. Und warum sich Leute, die so arbeiten, nicht anderweitig gesellschaftspolitisch engagieren. Ich habe lange Zeit mit Bafög studiert, bis Anfang diesen Jahres mein Bafög ausgelaufen ist. Das hieß für mich, ich brauchte eine Vollzeitstelle. Verschiedene Bewerbungen in meinem studierten Bereich geschrieben und nur Absagen erhalten. Dann wurde es eng und ich musste irgendwas finden. Die nahegelegene nordhessische Bäckereikette mit Café suchte eine Vollzeitkraft. Da arbeite ich nun seit Mitte April. 6-Tage-Woche, einen Tag frei. Schichtdienst mit Schichten ab 4 Uhr bis Mittags oder ab 10 bis 18:30. An dem einen Tag Frei erholt man sich von den körperlichen Schmerzen, 8 Stunden am Tag dauerhaft im Eiltempo durch den Laden zu wetzen, zwischen Kunden, Brötchen backen, Spülküche bedienen und mehr. Für diese Arbeit bekomme ich als Stundenlohn einen Euro über dem Mindestlohn. Und dann liest man nebenbei in der Pause oder nach der Arbeit zu Hause, was die Regierung mal wieder alles streichen will. Und man denkt sich: Eigtl müsste es massenhafte Proteste geben. ->

Replies (1)

  • @onlytina@todon.eu 2026-07-04 06:12

    2/2 Aber, die Wahrheit ist, dass den Menschen, die so arbeiten in den verschiedenen Branchen, kaum Zeit für eigene Erholung, eigene Bedürfnisse und Partner, Familie, Freunde bleibt. Den einen Tag frei - und wenn es mal zwei Tage frei hintereinander gibt, freue ich mich immer sehr - nutze ich für Zeit mit meinem Partner, für meinen Garten oder um lange Telefonate mit meinen Kindern zu haben. Energie für gesellschaftspolitische Probleme habe ich dann kaum noch. Früher fragte ich mich immer, warum es nicht mehr Proteste gibt von den Gesellschaftsschichten, die von den Änderungen betroffen sind. Aber es ist so einfach wie traurig: Die meisten haben dafür weder Zeit noch Energie. Wenn ich dann solche tollen Bilder sehe wie den Protest gegen die AfD in Erfurt, denke ich immer: Bitte protestiert für diejenigen mit, die nicht dabei sein können. Eigtl müssten diejenigen, die die Energie und die Zeit haben, füe diejenigen protestieren, die diese persönlichen Ressourcen nicht haben. In allen Bereichen, wo es notwendig ist.

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