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@jaddy@friend.enby-box.de

Post #2760852

2026-04-05 09:26 UTC

@Tigr@troet.cafe @feliciaewert@mstdn.social Wettbewerb im Sport ist viel komplexer als das. Praktisch alle körperlichen Disziplinen gehen qua Definition, Regeln und Bewertung auf die Kriegerspiele der Antike zurück. Sie bevorzugen "europäische" Männer. Es gewinnen mehr Muskeln, mehr Hebelarm, mehr Sauerstoffumsatz. Unter den Weltrekorden in Leichtatlethik und Schwimmen findet sich nach meinen Recherchen keine Person aus bspw Südostasien (Ausnahme China) oder Südamerika. Das mag zum Teil an Sportförderung etc liegen, dazu später, aber auch weil die Menschen dort im Durchschnitt kürzere Arme und Beine haben. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausnahmekörpers, der dann auch sportlich gefördert trainieren und teilnehmen kann, ist im Vergleich minimal. Im Boxen gibt es schon lange Gewichtsklassen. Im Behindertensport Korrekturschemata und künstliche Handycaps für Aus- und Vergleich. Rein technisch liesse sich das auch für alle anderen Sportarten einführen - oder aber die Sportarten selbst so definieren, dass individuelle, auf den einzelnen Körper bezogene Leistung gewinnt. Bei "geschlechtlicher Differenzierung" wird es ganz weird. Hier sind die Leichtathletik-Weltranglisten nach Punkten für Frauen und Männer: worldathletics.org/world-ranki…worldathletics.org/world-ranki… Einmal nebeneinander halten; die Besten mischen sich schon in den ersten fünf Rängen. Würden hier Sportart-bezogene Bonus oder Malus anhand der für diese Disziplin relevanten körperlichen Eigenschaften geschaffen, liesse sich das komplett ausgleichen. Fun fact: Mit dem Aufkommen offizieller Wettbewerbe und Bestenlisten Ende 19tes, Anfang 20tes Jahrhunderts waren zum Teil auch Frauen dabei. Sie bekamen dann eigene Ligen aus zwei Gründen. Zum einen Prüderie ("unschicklich“), zum anderen, weil sie tatsächlich einigen Männern in den Top 10 die Plätze „wegnahmen“, wie peinlich! Nur: Spitzensport ist vor allem Kommerz, der seinen Profit aus Werbung inkl Sponsoring bezieht. Also mittelbar aus Interesse und Quoten der zuschauenden (zahlenden) Massen. Wie viele würden sich hunderte Millionen teure Wettbewerbe anschauen, bei denen nicht die Person auf dem Treppchen steht, die als erste durchs Ziel gegangen ist? Und in welchen Ländern sitzen die Zuschauenden, die die Sky-Abos bezahlen? Wen wollen die gewinnen sehen? (Hint: Ihresgleichen) Der Unterschied in Interesse und Quoten ist schon krass im „Frauensport“, was zu weniger Werbe/Sponsor-Einnahmen führt, was die Trainingsmöglichkeiten verschlechtert und die Frühförderung im Breitensport, was zu weniger Auswahl führt, usw. Behindertensport genauso. Die kanadische Studie(1) hat das unter sozio-kulturellen Faktoren herausgearbeitet: Frauen werden von Anfang an im Sport systematisch schlechter gestellt. Sowohl Breiten- wie Spitzensport. Sie haben ausserdem festgestellt, dass trans Frauen keine signifikanten Vorteile haben. Wenn man darauf abzielen wollte, müssten Michael Phelbs und Usain Bolt wegen ihrer körperlichen Vorteile auch disqualifiziert werden. Nochmal Quoten und Werbeeinnahmen. Es hat Gründe, weshalb Sportbekleidung für Frauen so ist wie sie ist. Dazu brauchte es nicht erst die Kampagne im Beach-Volleyball; mdr.de/wissen/olympia-beachvol… - Die Athlet*innen in "Queer gewinnt" erzählen von ihren eigenen Erfahrungen: Als Frau musst du im Sport nicht nur gut sein, sondern auch sexuell attraktiv - für Männer. Weil die das Geld haben und verteilen. Sei es als Funktionäre oder auch als Zuschauer. Starke Empfehlung: „Queer gewinnt“, eng. "Life is not a competition, but I’m winning“; queer.de/detail.php?article_id… tl;dr Gerade Spitzensport hat mit Fairness, Objektivität und freiem Wettbewerb nichts zu tun, sondern ist ein Abbild gesellschaftlicher Realität mit all ihren -ismen und den Regeln des real existierenden Kapitalismus unterworfen. —— (1) academia.edu/90461325/Transgen…

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