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@cark@social.tchncs.de

Post #2718085

2026-04-23 19:03 UTC

Die Herausforderung ist, dass bei hinreichend komplexen Phänomenen die Menge an relevanten Aussagen sehr groß und ihre Verknüpfungen so komplex werden, dass das menschliche Gehirn überfordert ist. Menschen greifen dann unvermeidbar auf Heuristiken zurück, z.B. Aussagen von vertrauenswürdigen Personen (z.B. Lehrer- oder Wissenschaftler:innen) als wahr zu akzeptieren. D.h. das was wir als "Verstehen" bezeichnen, basiert letztlich auch darauf, dass wir bestimmte Aussagen ('Grundannahmen') glauben. Und andere Grundannahmen wie "Die Erde is hohl." glauben wir nicht. Hinzu kommt, dass in vielen Fällen die (subjektive) Informationslage (noch) nicht eindeutig ist, sodass wir statt logischer Schlussfolgerungen meist Abschätzungen vornehmen. 4/

Replies (1)

  • @cark@social.tchncs.de 2026-04-23 19:04

    Die zugespitzte Formulierung "Man kann verstehen, dass es [den Klimawandel] gibt oder halt nicht." hat vor diesem Hintergrund zwei Probleme: 1. Die undifferenzierte Zweiteilung die verkennt, dass die subjektive Überzeugung jeden beliebigen Wert zwischen 0 und 1 erlaubt. Ich kann es z.B. für gut möglich halten, dass es morgen regnet und packe deshalb einen Schirm ein – wohl wissend, dass ich mich auch irren kann und ihn dann umsonst mitgeschleppt habe. Ähnliche Graustufen der subjektiven Überzeugung gibt es beim Klimawandel bzw. seinen Teilaspekten (Ursachen, Wirkmechanismen, Folgen). 5/

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