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@Newstrujew@autistics.life

Post #2442988

2026-03-30 19:19 UTC

@Sci_Fi_FanGirl@hessen.social Und vielleicht auch die eigenen Vorurteile reflektieren und überlegen, was für Erwartungen bei diesen mitschwingen. Da sehe ich nämlich gelegentlich welche, die sich auf die Schulter klopfen, weil sie welche von den Guten seien und Frauen "beschützen" würden. Hört sich ja gut an, aber das ist schon die problematische Rollenverteilung: "starke" Männer und "schwache" Frauen. Also zunächst Druck auf Männer, "stark" zu sein. Hier haben wir schon einmal die Grundlage für die Ausgrenzung der "schwachen" und "verweiblichten" Männer sowie die Erwartung an Männer, sämtliche Emotionen wenn überhaupt nur in Form von Aggression herauszulassen. Hinzu kommt die Erwartung, dass die "schwachen" Frauen gefälligst Dankbarkeit für den Schutz zu zeigen haben. Von hier ist der Weg zur sexuellen Belästigung oder gar sexualisierter Gewalt nicht mehr weit. Tatsächlich findet man bei solchen Vorfällen, wenn man genau hinschaut, sehr oft einen Mann, der sich dadurch gekränkt fühlte, dass eine "schwache" Frau seine Stärke nicht respektieren wollte. Und das alles soll natürlich nicht heißen, dass man als Mann nicht eingreifen sollte, wenn man Unrecht sieht. Aber das sollte als zwischenmenschliche Selbstverständlichkeit passieren und nicht aus einer Beschützer-Rolle heraus, die allerhand patriarchalen Ballast mit sich bringt.

Replies (1)

  • @Newstrujew@autistics.life Ja, sehr gute Punkte! Gerade dieses Beschützer-Ding. Und ich nehme mich selbst bei der Reflexion auch nicht raus. Internalisierte Misogynie war/ist ein Problem. Das System schadet den meisten darin, wir tragen aber auch in unterschiedlichem Maß zum Erhalt bei, wenn wir unsere Privilegien und eigene Täterschaft nicht reflektieren. Als weiblich sozialisierte und gelesene Person hab ich auch so meine Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt gemacht.

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