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@Newstrujew@autistics.life

Post #2211662

2026-02-05 21:18 UTC

Wir bekamen unsere erste Waschmaschine ca. 1988, und das war nicht einmal ein Waschvollautomat. Einen sowjetischen Waschvollautomaten soll es im Prinzip auch gegeben haben - ich weiß nicht mehr, ob es in unserem Fall eine Frage des Geldes oder der Verfügbarkeit war. Jedenfalls bedeutete das Gerät auch so für meine Mutter tatsächlich eine enorme Entlastung, denn auch in der Sowjetunion war das Waschen vor allem Frauensache. Natürlich ist in einer Stadtwohnung niemand mit der Wäsche zum Fluss gerannt, dafür hatten wir unsere Badewanne. Aber vor der Waschmaschine ging fast jede Woche ein kompletter Samstag fürs Waschen drauf.

Replies (3)

  • @Newstrujew@autistics.life 2026-02-06 07:10

    Ich habe mal nach Modellen sowjetischer Waschmaschinen gesucht, und wir hatten scheinbar eine ЗВИ Waschmaschine. Aber ich habe als Kind ihre Größe völlig anders wahrgenommen! Schon die Kammer, wo gewaschen (sprich: Wasser durchgewirbelt) wurde, ist nicht gerade groß - laut Typenschild für 30 Liter Wasser und 1,5 kg Wäsche geeignet. Die Zentrifuge ist dann so richtig winzig, groß genug für gerade mal paar Kleidungsstücke. Das hatte sicherlich auch mit der Motorleistung von gerade mal 270 W zu tun. (Edit: Tatsächlich scheint es eine sehr ähnliche Aurika-Waschmaschine gewesen zu sein. 100 W Waschmotor, 100 W Zentrifuge.) Also musste man zuerst Wasser mit der Dusche in die Maschine einfüllen, sie dann waschen lassen, problematische Stellen dabei oft noch per Hand nacharbeiten. Anschließend musste man die Wäsche abspülen (in der Badewanne, denke ich?) und nach und nach in die Zentrifuge umfüllen - auch hier war das Ergebnis mittelmäßig, aber immerhin das. Wasser läuft dabei über den Schlauch in die Badewanne ab, und man muss nur darauf achten, dass dieser nicht herausspringt. Diese Schritte dann wahrscheinlich mehrmals wiederholen, weil man mehr als eine Wäscheladung hat. Und schließlich noch die Maschine wiederum über einen Schlauch entleeren. Einfach war das nicht, aber wie gesagt trotzdem deutlich besser als die Alternative. Die zwanzig Jahre alte Waschmaschine, die ich heutzutage benutze, ist dagegen ein Wunder der Technik, das fast alles selbständig erledigt. Solche Waschvollautomaten wurden in der Sowjetunion ab 1981 auch hergestellt, dank eines Lizenzabkommens mit der italienischen Firma Merloni. Dass wir keinen solchen hatten, hatte wohl vor allem mit dem Preis zu tun: drei Monatsgehälter ist schon heftig, wenn das Geld ohnehin gerade so reicht. Außerdem brauchte diese Maschine einen vernünftigen Wasseranschluss, was nicht einfach zu machen war. Jedenfalls ist es schon eine steile These, dass die Waschmaschine keine Befreiung der Frau bewirkt hätte. Die Argumente, die diese untermauern sollen, scheinen ziemlich weit hergeholt, und zumindest in der Sowjetunion und in Deutschland stimmen sie auch nicht.

    Open ##2211663

  • @Hundeliebe@lfnt.site 2026-02-05 21:49

    @Newstrujew@autistics.life Ich bin nicht sicher, aber ich glaub meine Oma (oder beide, ich kriege es echt nicht mehr zusammen) hatten zumindest ein Gerät nur zum Schleudern, als ich Kind war. Oder kurz davor und es wurde uns erzählt? Ich weiß es nicht mehr... Wie gewaschen wurde weiß ich gar nicht 😅

    Open ##2211664

  • @Newstrujew@autistics.life Meine Oma hat noch alles von Hand gewaschen. Das war mit 4 Kindern, deren Stoffwindeln man ja auch waschen musste, nicht lustig. Sie erzählt gerne die Geschichte, als sie die Wäsche im Winter über dem Küchenofen zum Trocknen aufgehängt hat. Auf dem Ofen wurde gleichzeitig im Druckkochtopf Hühnersuppe gekocht und leider ist aus irgendeinem Grund der Topf "explodiert". Auf der mühsam frisch gewaschenen Wäsche ist überall die fettige Suppe geklebt und zu Boden getropft... das war für meine Oma, eh schon komplett überarbeitet mit den Kindern und zu pflegenden Angehörigen, eine Katastrophe. Ich glaube die Waschmaschine ist mein meist geschätztes Haushaltsgerät!

    Open ##2211680