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@taupunkt@katholisch.social

Post #2211658

2026-03-18 00:15 UTC

@Newstrujew@autistics.life Die Frage ist wohl immer, ob jemand unter Zionismus eine nationalistische Bewegung mit dem Anliegen, einen ethnonationalistischen Staat zu errichten, versteht, oder ob der Begriff synonym verwendet wird, um das Recht von Jüdinnen und Juden, sich im Rahmen eines eigenen Staates selbst schützen zu können, zu benennen. Dabei ist natürlich immer kritisch zu hinterfragen, was dieses „eigene“ praktisch im Blick auf z.B. die Gesetze und andere Bevölkerungsgruppen meinen will. Seit dem 7.10. habe ich den Eindruck, dass Zionismus vor allem das eigene Lebens- und Existenzrecht von Jüdinnen und Juden meint, das ihnen mit dem Angriff der Hamas abgesprochen wurde. Dass in diesem Kontext „Zionismus“ abgelehnt wird – im Kontext einer Selbstverteidigung des jüdischen Staates - hat dann schon eine antisemitische Konnotation. Zumal die gleichen Leute, die einen jüdischen Staat ablehnen, gleichzeitig einen palästinensischen einfordern, was widersprüchlich ist.

Replies (1)

  • @Newstrujew@autistics.life 2026-03-18 01:12

    @taupunkt@katholisch.social Ich war etwas verwirrt, warum du die beiden Interpretationen des Zionismus in einem Widerspruch zueinander siehst. Aber du meinst mit der Errichtung eines ethnonationalistischen Staates vermutlich einen überwiegend monokulturellen Staat wie Deutschland? Zionismus war eine sehr diverse Bewegung. Ich weiß dementsprechend nicht, ob es da nicht auch Strömungen gegeben hat, die einen Staat nur für Juden haben wollten. Aber das, was ich kenne, hatte schlicht einen Staat zum Ziel, wo Juden keine Minderheit mehr und entsprechend sicher vor Verfolgung sind. Israel ist ethnisch, kulturell und religiös sehr viel diverser als beispielsweise Deutschland - das sieht man schon an deren Parteienlandschaft. Netanjahu führt gerade eine Koalition aus fünf Parteien an, und das ist für Israel typisch. Ohnehin ist die zionistische Bewegung Vergangenheit, sie hat ihr Ziel vor fast acht Jahrzehnten erreicht. Mir ist aktuell keine zionistische Bewegung bekannt, und auch die Antizionisten sagen nicht, wen sie überhaupt meinen. Man könnte allenfalls sagen, die Siedler im Westjordanland wären zionistisch motiviert. Aber selbst diese Interpretation ist fraglich, denn es scheinen hier eher Nationalismus und zum Teil religiöser Fanatismus eine Rolle zu spielen. Was ich heute als Zionismus kenne, ist bloß die Idee, dass Israel weiterbestehen sollte. Diese wird von der überwiegenden Mehrheit aller Juden (nicht nur in Israel) geteilt. Ein Erik Uden hat dann natürlich völlig andere Ideen, was Zionismus sein sollte. Na gut, er muss es ja auch wissen, weil... ich weiß nicht, weil weißer Deutscher? /s

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