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@FrauRettich@hessen.social

Post #2161498

2026-05-07 10:37 UTC

Ich bin 1960 geboren. Jung in den Siebzigern, Gymnasium, keineR war rechts. Hitlergruß und Nazizeit war eingebrannt verpönt und selbstverständlich vom Staat und Grundgesetz verboten. Mit dieser Sicherheit (auch danke Antifa in Gö gegen FAP) habe ich fast bis heute gelebt. Mir bricht so richtig ein Stück Realität weg, bin echt total verunsichert und verabscheue die #CDU dafür.

Replies (24)

  • @FrauRettich@hessen.social 2026-05-07 11:53

    Erste Risse durch die Baseballschlägerjahre (heißt das so?) in den 90ern, wo im Osten massenweise Jugendzentren und deren Besucher überfallen wurden ohne von der Polizei Hilfen zu bekommen.

    Open ##2264148

  • @FrauRettich@hessen.social Mir geht es auch so und dann auch noch USA

    Open ##2264150

  • @Ogenblick@troet.cafe 2026-05-07 11:28

    @FrauRettich@hessen.social Dazu kommt Glasnost und Gorbatschow, Tschernobyl, der Mauerfall. Ich hätte mir so eine Entwicklung niemals träumen lassen.

    Open ##2264151

  • @Irmgard@sueden.social 2026-05-07 11:40

    @FrauRettich@hessen.social 1962 geboren. Dito. Danke für dieses Statement.

    Open ##2264152

  • @ennopark@mastodon.social 2026-05-07 12:04

    @FrauRettich@hessen.social Bisschen jünger aber fühlt sich genauso an.

    Open ##2264156

  • @Blumine@troet.cafe 2026-05-07 12:05

    @FrauRettich@hessen.social Bei uns in der Schule und im näheren Umfeld war es genauso. Es wurde über die Nazizeit in verschiedenen Fächern gesprochen und ich kenne niemanden, der Rechte unterstützte. Aber ich weiß, dass es noch etliche Nazis gab, die an Schulen unverhohlen ihre Gesinnung verbreiten konnten, während es für Linke Berufsverbote gab und sie nicht im Öffentlichen Dienst arbeiten, nicht mal Post austragen durften. Und an den Externsteinen gab's jedes Jahr am 21.6. Nazi-Treffen - ohne Probleme.

    Open ##2264157

  • @freistern@troet.cafe 2026-05-07 12:06

    @FrauRettich@hessen.social Ich hatte in den Siebzigern in Lübeck noch eine ganze Riege von Altnazis als Lehrer, nein nicht gegendert. Es gab die NPD und die JN. Auch als Schüler:innen, die unser Abiredner als neofaschistische Spätpubertanten verharmloste. Mag ja sein, dass sich in GÖ unter Artur Levi niemand traute, faschistisch Rede zu führen. Mag ja sein, dass zum Beispiel das OHG in GÖ eine Insel der Glückseligen gewesen ist. Aber die Buschenschafter rund um die Grüne Welle gewiss nicht.

    Open ##2264161

  • @giggls@karlsruhe-social.de 2026-05-07 12:06

    @FrauRettich@hessen.social 11 Jahre später geboren aber da war das ähnlich. Die erste große politische Aktion an die ich mich erinnern kann waren die Menschenketten gegen die NATO Nachrüstung.

    Open ##2264171

  • @FrauRettich@hessen.social 61 in Ffm geboren. Es sah alles (inklusive Frauenrechte und Umwelt) danach aus, dass es vielleicht doch mal besser wird... Und dann kamen die ersten Nazis wieder aus den Löchern. Bei manchen älteren Lehrern dachte ich mir aber auch, die haben schlicht die Schnauze gehalten, das Mindset war noch da.

    Open ##2264172

  • @FrauRettich@hessen.social Erstens ist das ein verdammt guter Jahrgang und zweitens beschreibt Du meine Gefühle sehr gut. Ich habe manchmal Schwierigkeiten, den heutigen Zustand überhaupt zu glauben.

    Open ##2264173

  • @welfenelfe@norden.social 2026-05-07 12:22

    @FrauRettich@hessen.social word!

    Open ##2264178

  • @realSiegfried@troet.cafe 2026-05-07 12:25

    @FrauRettich@hessen.social Rechtsextremismus war in dieser Zeit, die ich ebenso erlebte, nicht nur verpönt, wir hielten sie schlicht für undenkbar. Dann brannten 1992 die Unterkünfte in Rostock-Lichtenhagen und Mölln – und erschütterte mein Weltbild.

    Open ##2264179

  • @Leshadow@troet.cafe 2026-05-07 12:28

    @FrauRettich@hessen.social Wenn wir schon dabei sind. Ich bin 1990 geboren. Und bis zu meinem 16/17. Lebensjahr war mir nicht bewusst wie weit ich im rechten Dreck steckte. War halt normal wenn man von Grund auf so aufwächst. Nur dank Internet und neuer Umgebung nach meinem Auszug Zuhause konnte sich das ändern. Kein Plan wo ich sonst heute wäre.

    Open ##2264180

  • @egent07@norden.social 2026-05-07 12:33

    @FrauRettich@hessen.social Hier ähnlich, Gymnasium 70er/80er, ländliches Niedersachsen, Zonenrand. Wenige Jungnazis (Wikingjugend) wurden von quasi allen ausgegrenzt. Aber auch: NPD-Kreistagskandidat, trotz offener Wahlanzeigen im Lokalblatt, blieb unkritisiert Französischlehrer. Als ersten offenen Umbruch innerhalb der Bürgi-Gesellschaft habe ich die Straßen-Reaktionen nach dem Fußball-WM-Endspiel 1990 wahrgenommen und war erschüttert. Grenzöffnung kurz vorher hatte noch nen anderen Drive.

    Open ##2264183

  • @FrauRettich@hessen.social Ich dieser Traumblase habe ich auch Jahrzehnte lang gelebt. Indiskutabel und unsagbar war es. Undenkbar. Es war eine schöne Zeit - gefühlt für mich. Doch kann ich mir nicht vorstellen, dass so viele Menschen im Hirn umgeschaltet wurden. Ich glaube eher, das Gedankengut war meist schon vorhanden, schlummerte nur unausgesprochen. Und jetzt machen u.a. viele unserer Volksvertreter uns vor, dass es doch gesagt werden kann. Zu viele. Und das zu oft ohne öffentliche, sofortige Gegenrede.

    Open ##2264185

  • @VolkerBuschmann@troet.cafe 2026-05-07 15:27

    @FrauRettich@hessen.social 1962 geboren in Bremen und hier war es ähnlich. Zustimmung.

    Open ##2264187

  • @C_Ottenburg@hessen.social 2026-05-07 15:37

    @FrauRettich@hessen.social Jahrgang '67 hier. Aber so ganz weg waren sie nie. Mein einer direkter Nachbar überzeugter Nazi und hat daraus auch kein Hehl gemacht. Aber man musste Rücksicht nehmen, weil alter Mann und "kriegsversehrt". Da war die Musiklehrerin, die lehrte, dass Blues und Jazz N*ger-Musik und somit minderwertig seien, woran Schulleitung und -behörde nichts auszusetzen fand (unsere Eltern hatten sich beschwert, nachdem wir uns beschwert hatten). Da waren die Baseballschlägerjahre, die ... -> 2

    Open ##2264188

  • @UschiAachen@nrw.social 2026-05-07 15:45

    @FrauRettich@hessen.social ('59, dito)

    Open ##2264206

  • @Sigrun@norden.social 2026-05-07 16:28

    @FrauRettich@hessen.social 20 Jahre später geboren und mit 12 auf der ersten Demo gegen Rechts, danach immer wieder Lichterketten… Da ich nicht aussehe wie eine Biodeutsche, habe ich schon früh die rechte Sch… in diesem Land erfahren.

    Open ##2785357

  • @Dj4n90@mastodon.social 2026-05-07 16:48

    @FrauRettich@hessen.social Frag doch mal Deinen Bruder, vielleicht weiß der mehr. Hat ja beim Opfesofthubsi aus dem DriveThroughLand aka Niederbayern auch bestens geklappt ... /s

    Open ##2785358

  • @AgatheBleibtDaheim@dizl.de 2026-05-07 16:57

    @FrauRettich@hessen.social Bin 62 geboren, leider war's bei mir nicht ganz so, aber so richtige Nazis gab's nur bei den alten Ewiggestrigen. Aufgefallen besonders, als ich von Schleswig-Holstein nach Bayern zurückkam 1975. Ich bin allerdings höchst sensibel erzogen worden, was das angeht, da einer meiner Großväter zu den Tätern gehörte. Meine Eltern haben darauf immer sehr geachtet und schnell und viel erklärt.

    Open ##3220405

  • @FrauRettich@hessen.social ⚠️Wenn etwas verboten werden muss, dann ist doch grundsätzlich etwas falsch⁉️

    Open ##3220406

  • @Dienstag@norden.social 2026-05-07 17:31

    @FrauRettich@hessen.social Ich bin 6 Jahre später geboren, aber genau so geht es mir auch. Dieses SICHERE innere Gefühl, dass sich so etwas doch nie wiederholen KANN, weil es doch so unglaublich schrecklich war. Das geht gerade bei mir Stück für Stück verloren.

    Open ##3220407

  • @goestern@norden.social 2026-05-07 20:47

    @FrauRettich@hessen.social ich staune über so viele idealisierte Erinnerungen. Bei mir gab es in Niedersachsen auf der Grundschule in den 60ern heftige Rassismen, auf dem altsprachlichen Gymnasium in den 70ern ne Menge ziemlich faschistischer Lehrer und übel rechter SU-Schüler. Fand ich immer zum Kotzen. Dann die bleiernen Kohl-Jahre… Auch wenn es weniger offene Nazis gab als heute, gab es immer zu viele böse Rechte. Und kaum jemand ging gegen sie vor.

    Open ##3220408