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@lea@lea.lgbt

Post #2036936

2026-05-05 11:44 UTC

Ich hab im nächsten Termin beim roten Kreuz eine Fortbildung über den Umgang mit Menschen mit Behinderungen. Im Termin stehts drin als "Umgang mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen". Die Formulierung "Besondere Bedürfnisse" ist ableistisch, richtig? Weil die Bedürfnisse nicht besonders sind, sondern einfach Grundbedürfnisse. Ich würde das gerne einmal weitergeben, in ner Mail oder so, bin aber nicht so gut im Formulieren :) vielleicht hat das Fediverse einen Tipp?

Replies (10)

  • @lea@lea.lgbt 2026-05-05 11:58

    Zum Thema DRK bin ich persönlich noch sehr in der Lernphase. Ich laufe in Sanitätsdiensten aktuell im Status Ersthelferin mit, quasi als Praktikantin. Ich trage den Rucksack, reiche Sachen an, mache einfache Diagnostik wenn man mich lässt, und klebe Pflaster. ☺️ Umgang mit Menschen mit Behinderungen hab ich so durch einige Dienste schon erlebt, leider auch Ableismus.

    Open ##2037078

  • @nicole@queer.group 2026-05-05 12:26

    @lea ich kenne das auch nur als Unsichtbarmachung und deine Erklärung passt auch sehr gut. jenachdem ob du dich wohl fühlst damit kann es sich evt auch lohnen das anzupeilen auch im kurs selbst zu erwähnen, falls das ansonsten nur die kursleitung sehen würde? aber es überhaupt anzusprechen ist auf jeden fall richtig

    Open ##2037081

  • @stekopf@mstdn.social 2026-05-05 12:51

    @lea Leicht umformuliert wird es noch deutlicher: "Umgang mit Menschen mit anormalen Bedürfnissen"

    Open ##2037086

  • @aurora@zirk.us 2026-05-05 13:11

    @lea Ich bin ein Mensch mit Behinderung, mit lediglich besondere Bedürfnisse zuzuschreiben spricht mir genau diese Lebensrealität ab. So könntest du das formulieren. "Besondere Bedürfnisse" kommt meines Wissens aus der Angehörigenecke oder von Heilerziehungspflegenden etc., die nicht akzeptieren möchten, dass die Menschen behindert sind. Von behinderten Menschen selbst kommt das nicht und ich kenne niemanden, die*der das akzeptieren würde.

    Open ##2037092

  • @LivingCode@chaos.social 2026-05-05 13:18

    @lea Schwierig. Wenn ich in einer Gruppe mit Menschen stecke die die gleiche Behinderung haben wie ich, dann sind meine Bedürfnisse ziemlich normal, aber gemessen an den Bedürfnissen von ND Menschen sind sie wiederum deutlich anders. Ich muss also dieses anders darstellen können, um darauf aufmerksam zu machen und dennoch nicht in den Ableismus abdriften und ich glaube da wird es dann irgendwann schwammig und man greift auf eine Formulierung zurück, die irgendwie funktioniert.

    Open ##2037110

  • @TheAlgorythm@chaos.social 2026-05-05 14:50

    @lea Ja, genau. Ich mag die einfache Bezeichnung „Behinderte“ wegen der Euphemismustretmühle am liebsten. Zumal es ja einen Unterschied zwischen Bedürfnis und Bedarf gibt. Ein Bedarf ist viel konkreter, individueller und gefühlt auch weniger verhandelbar. Wenn es um konkrete Leistungen für Behinderte und nicht die Personengruppe geht, macht wenn dann der Begriff „spezifische Bedarfe“ Sinn. Aber auch da nicht als Essentialisierung von Behinderten.

    Open ##2037118

  • @amarana@swiss.social 2026-05-05 16:10

    @lea es gibt eine Folge Funfacts, da spricht Raul Krauthausen die „besonderen Bedürfnisse“ auch kurz an. Vielleicht hilft dir das weiter, vielleicht wäre auch ein Link auf diese Folge für die Menschen in der Fortbildung interessant. https://tube.funfacts.de/w/oYG2fkGC4WSaazvA73P8XQ

    Open ##2037138

  • @_smu_@norden.social 2026-05-05 17:29

    @lea Bei solchen Gelegenheiten gebe ich gerne die Seite Leidmedien weiter. Da gibt es gut verständliche Hinweise zu den gängigsten Kloppern und wie besser formuliert werden kann. Link: https://leidmedien.de/begriffe-ueber-behinderung-von-a-bis-z/

    Open ##2037164

  • @EinsPossum@chaos.social 2026-05-05 17:54

    @lea Ist auch ein Euphemismus damit Nicht-Behinderte nicht "behindert" sagen müssen.

    Open ##2037169

  • @lea Ich glaube, dass viele Menschen denken, es wäre schlimm, wenn sie "Menschen mit Behinderung" sagen. Deswegen werden alle möglichen anderen, gefühlt weniger harten Ausdrücke erfunden (Handicap, besondere Bedürfnisse etc.). Das führt letztlich nur zu Verwirrung oder sogar zu Ablehnung bei uns Betroffenen. Dabei ist ja die UN Konvention für Menschen mit Behinderung unter Beteiligung dieser erarbeitet worden und daher würde ich immer einfach diese Wortwahl empfehlen.

    Open ##2037170