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Post #1865274

2026-04-30 07:24 UTC

Die elegante Art und Weise, auf die König Charles III. in verschiedenen Reden der vergangenen Tage bei seinem Besuch in den USA wichtige Botschaften an Donald Trump, aber insbesondere an die Kongressabgeordneten und die amerikanische Bevölkerung vermittelt hat, hat mich an einen Spruch erinnert, den ich als junger Mensch von meinen Eltern gelernt habe: Man kann auch im Spaß so pupsen, dass es stinkt! Und in der Tat: der Einsatz des rhetorischen Floretts durch König Charles III. bleibt sicherlich langfristiger in Erinnerung und entfaltet mehr Wirkung, als es der Einsatz eines „sprachlichen Säbels“ je vermocht hätte. Selbst Trump und seinen engsten Gefolgsleuten wie J. D. Vance blieb letztendlich nichts anderes mehr übrig, als in die stehenden Ovationen z.B. des Kongresses einzustimmen. Dass Charles III. dabei insbesondere die Bindung eines Herrschers (oder eben auch Präsidenten) an Verfassung, Recht und Gesetz betonte, war ein wichtiges Element und kann gerade auch denjenigen in den USA, die den unverhohlenen Absolutismus Trumps kritisieren und bekämpfen, eine wichtige Unterstützung sein. Und auch das Gastgeschenk des britischen Königs, die Schiffsglocke eines U-Bootes aus den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts, war von unnachahmlichem Hintersinn, denn es macht deutlich, dass Trump und seine Art zu regieren eben doch nicht mehr ist als ein überkommenes Fossil aus alten Zeiten mit wenig Relevanz für die Jetztzeit. Ein Problem hat die rhetorisch hervorragende elegante Art der Reden des Königs jedoch: sie entfaltet Wirkung letztendlich nur bei den Menschen, die die intellektuelle Fähigkeit haben, sie zu verstehen und auch die zwischen den Zeilen verpackte Botschaft zu entschlüsseln. Und da habe ich gewisse Zweifel, ob Trump und sein unmittelbares Umfeld (Vance, Hegseth, Kennedy, um nur einige zu nennen) in ihrer geistig eher grobschlächtigen Art über diese Fähigkeit verfügen. Dennoch: ich finde, die Reden Charles III. in Washington waren ein hervorragendes Beispiel dafür, wie politische Botschaften feinsinnig formuliert und „über die Rampe gebracht“ werden können. Sie werden sicherlich nicht ohne Wirkung bleiben!

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